13.02.2015

ThyssenKrupp AG, Essen

ThyssenKrupp erreicht operative Zwischenziele im 1. Quartal 2014/2015

Der Industrie- und Technologiekonzern ThyssenKrupp hat seine operativen Zwischenziele im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 erreicht und die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Umsatz, Bereinigtes Ebit und Nettoergebnis konnten zum Teil deutlich gesteigert werden. "Der Kurs stimmt. Die Ergebnisentwicklung im Quartal zeigt, dass wir mit dem Konzernumbau auf dem richtigen Weg sind. Das konjunkturelle Umfeld bleibt unsicher und die geopolitischen Risiken hoch. Deshalb konzentrieren wir uns weiter auf die Dinge, die wir selbst beeinflussen können und arbeiten konsequent an der Verbesserung unserer Effizienz", sagt ThyssenKrupp-Vorstandschef Dr. Heinrich Hiesinger.


In einem unverändert anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Umfeld erreichte der Auftragseingang 10,1 Mrd. € und lag mit -5 % unter dem Vorjahresniveau. Ursache für diesen Rückgang ist im Wesentlichen ein Großauftrag im Marineschiffsbau im 1. Quartal des Vorjahres. Alle anderen Industriegütergeschäfte zeigten gegenüber dem Vorjahr stabile bis deutlich steigende Auftragseingänge. Die Aufzugssparte verzeichnete erneut einen Rekordwert.


Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 11 % auf insgesamt 10 Mrd. € an. Auf vergleichbarer Basis (währungs- und portfoliobereinigt) lag der Umsatz 5 % über dem Vorjahr. Grund hierfür war das starke organische Wachstum der Industriegütergeschäfte.


Das Bereinigte Ebit der fortgeführten Aktivitäten kletterte im 1. Quartal deutlich um 29 % auf 317 Mio. € (Vorjahr 245 Mio. €). Haupttreiber dieser Verbesserung war die erfolgreiche Umsetzung der Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Unterm Strich erwirtschaftete der ThyssenKrupp-Konzern im 1. Quartal einen Periodenüberschuss von 43 Mio. € (Vorjahr -70 Mio. €). Nach Abzug der Minderheitenanteile lag der Periodenüberschuss bei 50 Mio. € (Vorjahr -65 Mio. €); das Ergebnis je Aktie betrug 0,09 € (Vorjahr -0,12 €).


Der Free Cashflow vor Desinvestitionen lag im 1. Quartal wie erwartet mit -651 Mio. € unter dem Vorjahresniveau, jedoch voll im Rahmen des prognostizierten Korridors. Unter anderem führten die Normalisierung der Bestände nach der Zustellung eines Hochofens bei Steel Europe, der Streik bei AST in Italien und Großaufträge im Werkstoffhandel zu dem temporären Anstieg des Netto-Umlaufvermögens. Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns erhöhten sich daher im Berichtsquartal um 535 Mio. € auf 4,2 Mrd. €, konnten jedoch gegenüber Vorjahr um rd. 390 Mio. € gesenkt werden.


Der Ausblick für die Geschäftsentwicklung im Gesamtjahr 2014/2015 bleibt unverändert. Der Konzernumsatz soll auf vergleichbarer Basis im einstelligen Prozentbereich wachsen. Das Bereinigte Ebit sollte sich auf mindestens 1,5 Mrd. € erhöhen. Dabei werden bis auf Steel Americas alle Geschäftsbereiche deutlich positive Beiträge erwirtschaften. Bei Steel Americas erwartet ThyssenKrupp aufgrund operativer Fortschritte mindestens eine deutliche Verbesserung in Richtung eines ausgeglichenen Ebit. Für den Jahresüberschuss rechnet der Vorstand ebenfalls mit einer deutlichen Verbesserung (Vorjahr 195 Mio. €). Deutliche Fortschritte soll es auch bei der Cash-Generierung aus operativer Leistung geben: Der Free Cashflow vor Desinvestitionen soll mindestens ausgeglichen sein.


Alle Business Areas haben das Bereinigte Ebit im Vergleich zum Vorjahresquartal verbessert; einzige Ausnahme war Materials Services, die durch den Streik bei AST in Italien belastet waren. Alle Business Areas bis auf Steel Americas haben einen positiven Beitrag zum Ergebnis geleistet; Steel Americas hat ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet. Das Bereinigte EBIT der Industriegütergeschäfte lag bei 337 Mio. € in den ersten drei Monaten. Die Werkstoffgeschäfte leisteten inklusive Steel Americas und trotz des Streiks in Italien mit 81 Mio. € insgesamt einen deutlich positiven Beitrag.


Steel Europe verzeichnete im Berichtsquartal einen preis- und mengenbedingten Rückgang des Geschäftsvolumens. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Erstens den anhaltenden Rückgang bei den Stahlpreisen. Zweitens war die Mengenentwicklung beeinträchtigt durch Produktionsengpässe infolge der verzögerten Fertigstellung einer umgebauten Stranggießanlage. Dies hatte zur verspäteten Inbetriebnahme eines neu zugestellten Hochofens geführt. Der Auftragseingang war mit 2,1 Mrd. € 8 % niedriger als im Vorjahr (2,3 Mrd. €). Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 4 % auf 2,0 Mrd. € zurück (Vorjahr 2,1 Mrd. €). Vergleichbar gerechnet nahmen Auftragseingang und Umsatz ebenfalls um 8 bzw. 4 % ab. Das Bereinigte Ebit verbesserte sich dennoch deutlich um 61 Mio. € auf 79 Mio. € (Vorjahr 18 Mio. €). Hier wirkten sich die Maßnahmen aus dem Effizienzprogramm "Best-in-Class Reloaded" positiv auf das Ergebnis aus, hinzu kamen Entlastungen bei den Rohstoffkosten.


Sowohl Auftragseingang mit 475 Mio. € (Vorjahr 609 Mio. €) als auch Umsatz mit 502 Mio. € (Vorjahr 538 Mio. €) liegen bei Steel Americas bedingt durch die Veräußerung der ThyssenKrupp Steel USA mit 22 % bzw. 7 % unter dem Vorjahresquartal. Auf vergleichbarer Basis stiegen Auftragseingang um 5 und Umsatz um 9 %. Nach einem negativen Ergebnis im Vorjahresquartal (-19 Mio. €) konnte Steel Americas ein ausgeglichenes Bereinigtes Ebit erwirtschaften. Wesentliche Gründe für diese deutliche Verbesserung sind gesunkene Rohstoffkosten sowie positive Preiseffekte im nordamerikanischen Flachstahlmarkt.


ThyssenKrupp AG, Essen