Tata Steel Standort Jamshedpur: An einem Hochofen soll neue Technologie die CO2-Emissionen im Vergleich zum Basisbetrieb um mehr als 50 Prozent senken. Bild: Tata Steel
Tata Steel hat mit SMS die Vereinbarung über die Implementierung der neuen EASyMelt-Technologie abgeschlossen. Der indische Stahlerzeuger beabsichtigt, mit der ersten industriellen Demonstration dieser Technologie im Hochofen E in Jamshedpur stufenweise fortzufahren und damit die CO2-Emissionen im Vergleich zum Basisbetrieb des Hochofens um mehr als 50 Prozent senken.
Die Technologie EASyMelt (Electrically-Assisted Syngas Smelter) des SMS-Tochterunternehmens Paul Wurth bietet laut Unternehmen die ressourcenflexibelste Lösung zur Dekarbonisierung der Eisenerzeugung und hat das Potential, Klimaneutralität zu erreichen. Nach der Fertigstellung wird der Hochofen E von Tata Steel in Jamshedpur weltweit der erste sein, der auf EASyMelt umgerüstet wurde. T. V. Narendran, CEO von Tata Steel, erklärt: „Der Übergang zur dekarbonisierten Stahlerzeugung wird von unserer Fähigkeit geprägt sein, bestehende Produktionsökosysteme neu zu denken und zu transformieren. Mit einem gezielten Mix aus Technologie, Innovation und starken Partnerschaften treibt Tata Steel diese Transformation voran. Unsere Zusammenarbeit mit SMS group setzt einen wichtigen Meilenstein und beschleunigt unseren Fortschritt zur Erreichung von Netto-Null.“ „Die Implementierung der ersten EASyMelt-Technologie im industriellen Maßstab ist zukunftsweisend und ebnet den Weg für neue Brownfield-Dekarbonisierungsprojekte“, sagt SMS-CEO Jochen Burg. Tata Steel und SMS group hatten am 14. Juni 2023 eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der Dekarbonisierung der Eisenerzeugung unterzeichnet. Nach einer erfolgreichen FEL-Studie hat Tata Steel beschlossen, das Projekt phasenweise voranzutreiben.
Hochofenbetrieb mit minimalem Koksverbrauch
Diese Initiative markiere einen zentralen Fortschritt für Tata Steel bei der Erreichung der Netto-Null-Emissionen bis 2045, einem Ziel, das zu den ehrgeizigsten zählt, die große Stahlunternehmen weltweit verfolgen. Tata Steel und SMS wollen gemeinsam an der Umsetzung und Weiterentwicklung der EASyMelt-Technologie arbeiten. Die Technologie ermöglicht den Betrieb von Hochöfen mit minimalem Koksverbrauch. EASyMelt zeichnet sich dadurch aus, dass es Synthesegas in den Reduktionsprozess integriert und so die CO2-Emissionen erheblich senkt. Synthesegas fungiert als Reduktionsmittel und ersetzt die Rolle von Koks im Hochofen. Gichtgas-Recycling wird zur Herstellung von Synthesegas durch Reformieren von kohlenwasserstoffhaltigen Gasen wie Koksofengas verwendet. Das resultierende Synthesegas wird dann auf Schacht- und Blasformebene eingedüst. Plasmabrenner elektrifizieren den Prozess direkt, indem sie das in die Blasform eingedüste Synthesegas überhitzen. Dieser Prozess ist flexibel hinsichtlich der Energiequellen und kann mit Erdgas, Koksofengas, Wasserstoff, Ammoniak und auch mit Strom betrieben werden. Daher lässt er sich an lokale Verfügbarkeiten und Anforderungen anpassen. Darüber hinaus kann EASyMelt auch weiterhin den konventionellen Sintereinsatz verarbeiten, wodurch die Abhängigkeit vom teuren und knappen Eisenerz, das von Direktreduktionsanlagen benötigt wird, vermieden wird. Viele Märkte sehen sich konfrontiert mit Herausforderungen der Schrottverfügbarkeit, der Eisenerzqualität und des Zugangs zu grünen Energieträgern. EASyMelt bietet laut SMS einen pragmatischen und innovativen Weg zur Erreichung der Dekarbonisierungsziele und schließt die Lücke zwischen der Verfügbarkeit von Eisenerz und der Nachfrage nach grünem Stahl. Quelle: SMs group