Neue Wege für die Rückgewinnung wertvoller Metalle aus Stahlwerksschlacken
Neue Wege für die Rückgewinnung wertvoller Metalle aus Stahlwerksschlacken
Aus der Schlacke von Elektrolichtofenbögen, wie diesem in Peine, sollen künftig wertvolle Metalle zurückgewonnen werden. Bild: Salzgitter AG
Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist ein Kernthema im Bemühen um mehr Nachhaltigkeit. Mit dem offiziellen Start eines Verbundprojekts zur Laugung und Aufbereitung von Stahlwerksschlacken aus dem Elektrolichtbogenofen hat ein zukunftsweisendes Forschungsvorhaben zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft in der Stahlindustrie begonnen.
Ziel des öffentlich geförderten Projekts KLASSE (Kreislaufwirtschaft – Laugung und Aufbereitung von Stahlwerksschlacken aus dem Elektrolichtbogenofen) ist es, wertvolle Metalle wie Eisen, Vanadium, Mangan und Chrom aus Schlacken des Elektrolichtbogenofens energieeffizient zurückzugewinnen und damit Rohstoffimporte sowie Umweltbelastungen deutlich zu reduzieren. Das Projekt wird koordiniert von der Salzgitter Mannesmann Forschung (SZMF). Partner sind die Bundesanstalt für Materialforschung und ‑prüfung (BAM), die TS Elino, die TU Bergakademie Freiberg sowie die TU Clausthal. Jährlich fallen in der Stahlproduktion große Mengen an Schlacken an, die bislang überwiegend als Baustoffe genutzt oder deponiert werden. Dabei gehen die enthaltenen strategisch wichtigen Metalle wie Vanadium oder Mangan verloren. Genau hier setze KLASSE an: Durch die Kombination neuartiger „kalter“ Aufbereitungsverfahren mit einem anschließenden Direktreduktionsprozess sollen die enthaltenen Metalle erstmals gezielt separiert und wieder nutzbar gemacht werden – bei deutlich geringerem Energieeinsatz im Vergleich zu konventionellen schmelzmetallurgischen Verfahren.
Rohstoffkreislauf statt Rohstoffimport
„Bislang lassen sich Metallverluste über die Schlackephase praktisch nicht vermeiden“, erklärt Dr. Benedikt Ritterbach, Geschäftsführer der Salzgitter Mannesmann Forschung. „Der nun verfolgte Ansatz eröffnet erstmals die Möglichkeit, diese für die Stahlproduktion essenziellen Metalle zurückzugewinnen. Damit können Rohstoffe, die heute größtenteils importiert werden, künftig im Kreislauf geführt werden. Erste Laboruntersuchungen in der SZMF haben das große Potenzial bereits gezeigt. Mit KLASSE wollen wir diesen Ansatz nun systematisch belegen und weiterentwickeln.“ Neben der Rückgewinnung von Metallen sieht das Projekt auch eine hochwertige Nutzung der verbleibenden mineralischen Fraktionen vor, etwa in der Baustoffindustrie. Damit leistet KLASSE einen doppelten Beitrag: zur Schonung natürlicher Ressourcen und zur Stärkung der industriellen Wertschöpfung in Deutschland. Zugleich unterstützt das Projekt zentrale energie- und rohstoffpolitische Ziele, insbesondere die Reduzierung von Importabhängigkeiten bei kritischen und strategischen Metallen. ##Die im Projekt entwickelten Verfahren sollen im Erfolgsfall perspektivisch in eine Pilotanwendung überführt und auf weitere Schlackenarten übertragen werden. Quelle: Salzgitter AG