Marcegalia plant neue Stahlanlage in Südfrankreich
Marcegalia plant neue Stahlanlage in Südfrankreich
Marcegaglia-Hauptsitz in Gazoldo degli Ippoliti, Mantua, Italien. Bild: Marcegaglia
Das Stahlunternehmen Marcegaglia und Danieli haben eine Vereinbarung zum Bau eines Elektrolichtbogenofens sowie einer Stranggießanlage und einem Warmwalzwerk am Standort Fos-sur-Mer, nahe Marseille in Südfrankreich unterzeichnet. Der Gesamtvertragswert beträgt rund 450 Millionen Euro einschließlich Optionen und Ersatzteilen.
Das Projekt mit dem Namen „Mistral Project“ und einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund einer Milliarde Euro stellt die bedeutendste Investition in der Geschichte der Marcegaglia-Gruppe dar, was die Integration der vorgelagerten Bereiche, die Stabilisierung der Lieferkette, die Steigerung der Wertschöpfung und die Dekarbonisierung betrifft. ##Nach Fertigstellung werde die neue Anlage eine Jahresproduktion von mehr als 2 Millionen Tonnen Flüssigstahl und bis zu 3 Millionen Tonnen warmgewalzten Coils aus Edelstahl und Kohlenstoffstahl ermöglichen. Damit deckt sie etwa 35 % des gesamten Coil- und Brammenbedarfs der Marcegaglia-Gruppe ab und beliefert in erster Linie die italienischen nachgelagerten Werke von Marcegaglia für verschiedene Anwendungen. Die Investition spiegelt laut Marcegaglia ein klares Bekenntnis zur Dekarbonisierung wider: Durch den Einsatz von Schrott, kohlenstoffarmen, heiß brikettierten Eisenschwamm (HBI) sowie Strom aus Kernenergie und erneuerbaren Quellen lassen sich die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren um bis zu 80 % reduzieren, sagt Marcegalia. Die Anlage werde einen Lichtbogenofen sowie eine Einstrang-Stranggussanlage zur Herstellung dicker Brammen und ein konventionelles Warmbandwalzwerk umfassen. Dies gewährleiste höchste Flexibilität durch den Einsatz unterschiedlicher Chargenzusammensetzungen, stabile Produktionsleistung, gleichbleibende Produktqualität und Betriebssicherheit über ein breites Spektrum an Flachstahlsorten hinweg. Die endgültige Investitionsentscheidung wird spätestens bis Ende 2026 erwartet, abhängig vom Abschluss des Genehmigungsverfahrens und anderer Bedingungen, die sich derzeit in einem fortgeschrittenen Verhandlungsstadium mit den zuständigen französischen Institutionen befinden. Quelle: Marcegalia