Der Bergbaukonzern BHP und der Südkoreanische Stahlerzeuger Posco wollen im Rahmen einer Absichtserklärung gemeinsam an der Weiterentwicklung einer nahezu emissionsfreien Eisenherstellungstechnologie arbeiten. Kernbestandteil der Kooperation ist die wasserstoffbasierte Direktreduktionstechnologie Hyrex von Posco.
Die Technologie umfasst einen wasserstoffbasierten Produktionsprozess für direkt reduziertes Eisen (DRI) unter Verwendung von Wirbelschichtreaktoren (FBR) und einen elektrischen Schmelzofenprozess (ESF) zum Schmelzen des reduzierten Eisens.
Die Unternehmen beabsichtigen, ihr technisches Know-how auszutauschen und Versuche mit BHPs Pilbara-Eisenerz in Poscos Hyrex-Demonstrationsanlage in Pohang, Südkorea, durchzuführen. Nach ihrer Fertigstellung werde diese Anlage die erste sein, die die wasserstoffbasierte FBR-Technologie in Verbindung mit einem ESF für die Eisenherstellung in großem Maßstab einsetzt.
Die FBR- und ESF-Technologie von Posco ist so konzipiert, dass feines Eisenerz direkt ohne Pelletierung verwendet werden kann. Dies unterscheidet die Technologie von herkömmlichen DRI-Verfahren auf Schachtofenbasis, bei denen das Erz vor der Verwendung zu Pellets verarbeitet werden muss.
Posco hat die wasserstoffbasierte FBR-Technologie bereits im Labormaßstab und die ESF im Pilotmaßstab entwickelt. Diese Zusammenarbeit werde die technologische Entwicklung einer integrierten FBR-ESF-Demonstrationsanlage zur Wasserstoffreduktion mit einer Kapazität von 300 ktpa unterstützen und Versuche mit Pilbara-Eisenerz von BHP umfassen.
„BHP freut sich über die Partnerschaft mit Posco und darauf, gemeinsam mit unseren Kunden an der Entwicklung und Weiterentwicklung von Technologien zur Dekarbonisierung der Stahlherstellung zu arbeiten“, sagte Rag Udd, Chief Commercial Officer von BHP.
„Diese Zusammenarbeit mit Posco ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie und unterstützt Stahlwerke dabei, potenziell mehrere Wege zur Dekarbonisierung der Stahlherstellung zu erschließen. Damit setzen wir unsere langjährige Zusammenarbeit im Bereich der innovativen Eisenherstellung fort“, sagte Rag Udd, Chief Commercial Officer von BHP. „Wir glauben, dass wir am besten zur Förderung der Dekarbonisierung der Stahlherstellung beitragen können, indem wir unsere Kunden bei der Dekarbonisierung unterstützen, indem wir die Entwicklung von Technologien fördern und diese Technologien in die Lage versetzen, australisches Eisenerz über Jahrzehnte hinweg zu nutzen“, so Udd weiter.
Myungjong Cho, Leiter des Future Steel R&D Center von Posco, erklärte: „Aufbauend auf über 20 Jahren Betriebserfahrung mit dem Finex-Verfahren entwickelt Posco Hyrex, eine wasserstoffbasierte Technologie zur Eisenherstellung unter Verwendung eines Wirbelschichtreaktors. Derzeit bauen wir eine Hyrex-Demonstrationsanlage mit einer Jahreskapazität von 300 000 Tonnen, um das Verfahren zu validieren. Durch diese neue Forschungs- und Entwicklungspartnerschaft mit BHP, einem globalen Eisenerzlieferanten, der über umfangreiches Know-how in diesem Bereich verfügt, wollen wir den Weg von Hyrex zur kommerziellen Nutzung beschleunigen.“ Der Bau der Demonstrationsanlage von Posco im Stahlwerk Pohang soll in Kürze beginnen, die Inbetriebnahme ist für das Kalenderjahr 2028 geplant.
Die Zusammenarbeit zwischen BHP und Posco konzentriere sich auf Forschung und Entwicklung, die Demonstration der Leistungsfähigkeit und die Bewertung der Machbarkeit der Hyrex-Technologie im industriellen Maßstab und unterstreicht damit das Engagement beider Unternehmen für Innovation und Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Stahlherstellung.
Der Ansatz von BHP zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion bestehe darin, mehrere Wege zur Bewältigung dieser komplexen Herausforderung zu unterstützen, darunter die Dekarbonisierung bestehender Hochöfen mit CCUS (Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung) und anderen Modifikationen, den aufkommenden DRI-Weg der elektrischen Stahlherstellung (einschließlich des DRI-ESF-Weges) und den Weg der elektrochemischen Reduktion.
Quelle: BHP