Die Suche nach neuen Methoden zur Gewinnung von Kupfer aus Erz ist eine Herausforderung, an der Wissenschaftler und Metallurgen seit Jahrzehnten arbeiten. Der weltweit größte Kupferproduzent BHP setzt dabei auf Digitalisierung und künstliche Intelligenz.
Der Bergbaukonzern BHP hat nach eigenen Angaben die Kupferproduktion seit 2021 um rund 30 Prozent gesteigert. Der Grund dafür sei, dass mehr Kupfer benötigt werde, um die wachsende Bevölkerung, die Energiewende, die Digitalisierung und die KI-Revolution zu unterstützen. Eine Zusammenarbeit zwischen BHP und Microsoft soll nun die Erforschung fortschrittlicher Lösungen zur Kupferauslaugung beschleunigen, um neues Potenzial zu erschließen.
Die Kupferauslaugung ist komplex, und die Suche nach besseren Methoden zur Gewinnung von Kupfer aus Erz beruhte bislang auf langsamen, manuellen Trial-and-Error-Prozessen, wie BHP mitteilt. Es gibt Millionen möglicher Moleküle – sowohl bekannte als auch noch unentdeckte –, die das Potenzial haben, die Kupferauslaugung zu verbessern. Sie alle einzeln im Labor zu testen, würde Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. In Zusammenarbeit mit Microsoft und Prescience Insilico macht sich BHP daran zu testen, ob fortschrittliche Rechenleistung den Entdeckungsprozess beschleunigen könnte, ohne die wissenschaftliche Genauigkeit oder die operative Relevanz zu beeinträchtigen.
Modelle basieren auf realen Bedingungen
Mithilfe von Microsoft Discovery – einer Plattform, die darauf ausgelegt ist, wissenschaftliche Forschung und Entwicklung durch Hochleistungsrechner und spezialisierte KI-Agenten zu beschleunigen – könne BHP wissenschaftliche Entdeckungen durch computergestützte Arbeitsabläufe beschleunigen und dabei genau die Aspekte ins Visier nehmen, die für die weltweiten Kupferbetriebe von BHP am wichtigsten sind. Die Modelle basieren auf den realen Bedingungen des Erzes in den Kupferbetrieben von BHP und stellen so sicher, dass die Ergebnisse praktisch, relevant und skalierbar sind, wie das Unternehmen hervorhebt.
„Als erster Bergbaupartner auf Microsoft Discovery ist BHP führend bei der Erforschung, wie fortschrittliche Rechenleistung und wissenschaftliche Fähigkeiten dazu beitragen können, komplexe Herausforderungen der Branche zu bewältigen“, sagt Aseem Datar, Corporate Vice President, Product Innovation bei Microsoft Discovery. In Zusammenarbeit mit Microsoft habe das BHP-Team mehr als eine halbe Million Moleküle untersucht, die dazu beitragen könnten, Kupfer effizienter zu gewinnen. Dazu wurden Zehntausende von quantenchemischen Berechnungen und Simulationen durchgeführt, um das Feld auf eine Reihe von Molekülen einzugrenzen, die von Wissenschaftlern in australischen Labors getestet werden können.
„Da die Kupfernachfrage steigt und die Erschließung neuer Lagerstätten immer schwieriger und teurer wird, ist die Verbesserung der Ausbeute aus bestehenden Erzen ein entscheidender Hebel, um den zukünftigen Versorgungsbedarf zu decken“, sagt Jessica Farrell, Vice President Innovation bei BHP. „Diese Partnerschaft hat unseren technischen Experten die Werkzeuge an die Hand gegeben, die sie benötigen, um ein fast unendliches Feld an Möglichkeiten auf eine kleine Anzahl von Optionen einzugrenzen, die eines Tages in unseren weltweiten Kupferbetrieben eingesetzt werden könnten“, so Farell.
Neben Geschwindigkeit und Effizienz ziele das Projekt auch auf Nachhaltigkeitsvorteile ab, darunter eine geringere Toxizität und geringere Umweltauswirkungen sowie verbesserte Ausbeuten und niedrigere Kosten.
Quelle: BHP