06.11.2014

voestalpine AG, Linz

voestalpine mit Ergebnissprung im ersten Halbjahr

Trotz anhaltend herausfordernder Konjunkturlage zeigte der voestalpine-Konzern im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 (1. April 2014 bis 31. März 2015) eine weitgehend solide Entwicklung. „In Anbetracht eines wieder zunehmend herausfordernden Umfeldes verlief die Entwicklung der voestalpine-Gruppe in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres dennoch auf sehr ansprechendem Niveau“, so Dr. Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender des voestalpine-Konzerns. Ein wesentlicher Grund dafür ist die breite geografische und branchenmäßige Aufstellung des Konzerns. Erfolgsgarant ist dabei die konsequente strategische Ausrichtung auf die globale Qualitäts- und Technologieführerschaft bei anspruchsvollen Nischenprodukten und der Fokus auf die konsequente Verlängerung der Wertschöpfungskette in allen Geschäftsbereichen.


Die Umsatzentwicklung ist mit -1,5 % von 5,64 auf 5,56 Mrd. € leicht rückläufig. Dies ist auf die Schließung der Standardschienenproduktion in Duisburg mit Jahresende 2013 und dem damit geringeren Auslieferungsvolumen der Metal Engineering Division sowie auf ein neuerlich schwächeres Preisniveau in einer Reihe von Geschäftsbereichen aufgrund weiter rückläufiger Rohstoff- bzw. Vormaterialkosten zurückzuführen. Das um 11,2 % auf 757 Mio. € deutlich gestiegene operative Ergebnis (Ebitda) beinhaltet Einmaleffekte der Metal Forming Division im Gesamtausmaß von 66,5 Mio. €. Aber auch korrigiert um diese außerordentlichen Effekte verbesserte sich das Ebitda im Jahresvergleich um 1,5 % von 680 auf 690 Mio. €, wodurch auch die (bereinigte) Ebitda-Marge von 12,1 % auf 12,4 % anstieg. Das (unbereinigte) Betriebsergebnis (Ebit) legte um 12,2 % von 396 Mio. € auf 445 Mio. € zu. Bereinigt um den außerordentlichen Effekt von 45,2 Mio. € beläuft sich das Ebit im 1. Halbjahr 2014/15 auf 400 Mio. €, was einer Steigerung um knapp 1 % entspricht. Die bereinigte Ebit-Marge liegt damit bei 7,2 % (Vorjahr 7,0 %).


Eine noch deutlichere Verbesserung zeigt das Ergebnis vor Steuern mit einer Erhöhung um 25,5 % auf 392 (nach 312) Mio. €. Auch nach Abzug der Sondereffekte von 45,2 Mio. € liegt es für die ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahres immer noch bei 347 Mio. € bzw. um 11 % über dem Vorjahreswert. Das Ergebnis nach Steuern weist einen Zuwachs um 36 % von 238 auf 324 Mio. € auf. Ohne Berücksichtigung der außerordentlichen Positionen (43,4 Mio. €) ergibt sich ein bereinigtes Nachsteuerergebnis in Höhe von 281 Mio. €, was gegenüber dem Vorjahr eine ebenfalls nach wie vor deutliche Verbesserung um rd. 18 % darstellt. Zurückzuführen ist die positive Entwicklung vor allem auf die gesunkenen Finanzierungsaufwendungen.


Ausblick: Stellte sich noch zum 1. Quartal 2014/15 die gesamtwirtschaftliche Situation so dar, dass eine stabile bis sogar eher positive Entwicklung für den restlichen Jahresverlauf wahrscheinlich schien, haben sich inzwischen die Vorzeichen – zumindest für Europa – eingetrübt. Grund sind die anhaltende politische und militärische Destabilisierung in Teilen des Nahen und Mittleren Ostens sowie der Russland-Ukraine-Konflikt. Unverändert stark stellt sich hingegen die wirtschaftliche Performance der USA dar und auch China gelingt es, seinen gut siebenprozentigen Wachstumskurs im Jahresverlauf stabil zu halten. In deutlichem Gegensatz dazu steht die anhaltend negative Entwicklung der Volkswirtschaften Brasiliens und Russlands.


In Bezug auf die für den voestalpine-Konzern wichtigsten Industriesektoren zeichnet sich eine stärker werdende Differenzierung ab: Während der Geschäftsverlauf der Automobilindustrie weltweit durch eine ungebrochene Nachfrage geprägt ist und Gleiches oder zumindest Ähnliches auch für die Bereiche Flugzeugbau und Eisenbahninfrastruktur gilt, setzt sich – jedenfalls in Europa – der bis zum Sommer zu beobachtende leichte Aufwärtstrend in der Bauindustrie, im Maschinenbau und in der Elektroindustrie in den letzten Monaten nicht weiter fort. Anhaltend schwach bleibt der Trend auch in der konventionellen Energieerzeugung, wogegen die Entwicklung im Öl- und Gasbereich weltweit auf unverändert hohem Niveau verläuft und auch auf der Transportseite durch die Vergabe von größeren Pipelineprojekten in letzter Zeit ein gewisser Aufwärtstrend festzustellen ist. Auf stabilem Niveau verläuft die Entwicklung von Konsumgüter- und Hausgeräteindustrie, während der Landmaschinenbau deutlich schwächer tendiert.


Auch wenn die konjunkturellen Rahmenbedingungen in Europa im Jahresverlauf nicht den zu Beginn erhofften Aufschwung genommen haben, zeichnet sich auch für die 2. Hälfte des Geschäftsjahres 2014/15 in allen vier Divisionen des Konzerns eine weitgehende Vollauslastung ab.


voestalpine AG, Linz