24.04.2014

voestalpine AG, Linz

voestalpine investiert mehr als eine halbe Milliarde Euro

Nach rund einem Jahr Vorbereitungszeit hat Wolfgang Eder, CEO der voestalpine, in Texas (USA) den Spatenstich für die Errichtung einer Direktreduktionsanlage vorgenommen. Mit 550 Mio. € ist dies die größte Auslandsinvestition in der Geschichte des österreichischen Konzerns. Das Werk der voestalpine Texas LLC wird auf dem La Quinta Trade Gateway in unmittelbarer Nähe zur Stadt Corpus Christi errichtet. Ab 2016 wird die Anlage jährlich 2 Mio. t HBI (Hot Briquetted Iron) bzw. DRI (Direct Reduced Iron) produzieren und damit auch österreichische Standorte wie Linz und Donawitz mit „Eisenschwamm“ als hochqualitativem Vormaterial versorgen. Mit der neuen Aufbereitungsstätte kann die voestalpine die Produktionskosten in Europa deutlich senken. Die hochautomatisierte Anlage wird 150 Menschen Arbeit bieten.


„Für dieses Projekt haben wir insgesamt 17 Standorte in acht Ländern untersucht. Texas war letztlich in allen wesentlichen Kriterien wie Logistik, Energieversorgung, gut ausgebildeten Arbeitskräften und politischem Umfeld am überzeugendsten“, so Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG und Chef der voestalpine Steel Division, zur Standortentscheidung. Das Grundstück liegt hervorragend unmittelbar an der Bucht von Corpus Christi, umfasst eine Fläche von knapp zwei Quadratkilometern und verfügt über einen direkten Meerzugang auch für Großschiffe. „Mit unserem Engagement in Corpus Christi steigern wir die Effizienz unseres Unternehmens im Bereich des Rohstoffeinsatzes erheblich und zeigen gleichzeitig, dass dies mit größter Verantwortung der Umwelt gegenüber möglich ist“, so Eder. Den österreichischen Werken in Linz und Donawitz wird so der Zugang zu hochwertigem und umweltfreundlichem Vormaterial auf HBI bzw. DRI-Basis ermöglicht und die Konkurrenzfähigkeit der europäischen Standorte damit langfristig abgesichert.


Die Direktreduktionsanlage wird aus Eisenerzpellets hochqualitatives DRI/HBI („Eisenschwamm“), das mit höchstwertigem Schrott oder Roheisen vergleichbar ist und damit ein hervorragendes Vormaterial zur Rohstahlerzeugung darstellt, produzieren. Im Gegensatz zur koks- und kohlebasierten reinen Hochofenroute wird bei der Direktreduktion ausschließlich umweltfreundlicheres Erdgas als Reduktionsmittel verwendet. Dessen Preisniveau liegt in den USA bei etwa der Hälfte von jenem in Europa. Das Werk mit 150 Mitarbeitern soll jährlich 2 Mio. t DRI/HBI erzeugen, wovon rd. die Hälfte per Schiff an die Stahlwerke in Linz und Donawitz geliefert wird. Die andere Hälfte dient als strategische Reserve und wird an längerfristig interessierte Partner verkauft. „Wir können uns in den USA in einem politisch stabilen, kalkulierbaren Umfeld vorteilhaft mit Energie versorgen“, so Eder. „Im Übrigen schaffen wir mit dieser Investition für den voestalpine-Konzern auf längere Sicht auch eine zusätzliche Wachstumsoption in Nordamerika.“ Der Bau der Anlage ist ein wahres Großprojekt. Im Investitionsvolumen von 550 Mio. € sind unter anderem 20 000 t Baustahl und 13 000 t mechanisches Equipment beinhaltet. Für den Bau werden etwa 1 000 Menschen über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren Beschäftigung finden.


voestalpine AG, Linz