04.11.2014

voestalpine AG, Linz

voestalpine eröffnet Ort der Erinnerung

Die voestalpine setzt sich in einer neuen Dauerausstellung mit dem Schicksal der NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter der ehemaligen Reichswerke Hermann Göring in Linz auseinander – dem heutigen Standort ihrer Konzernzentrale und der Division Stahl. Grundlage der Ausstellung bildet neben aktuellen Forschungsergebnissen die Aufarbeitung von 38 000 NS-Personalakten und Lohnbögen. Für das Unternehmen markiert die Zeitgeschichteausstellung einen weiteren wesentlichen Schritt in der Bewältigung des sowohl politisch und historisch als auch menschlich und emotional herausforderndsten Teils seiner Geschichte. Der Konzern stellt sich damit der eigenen Vergangenheit.


Am 31. Oktober eröffnete die voestalpine in der Linzer Konzernzentrale die auf Dauer angelegte Zeitgeschichteausstellung 1938-1945 – gewidmet den NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern am Standort Linz der „Reichswerke Hermann Göring AG Berlin“. Als neuer, zusätzlicher Teil der voestalpine Stahlwelt beschäftigt sich die ab 3. November öffentlich zugängliche Ausstellung umfassend mit der NS-Zwangsarbeit am heutigen voestalpine-Standort Linz. Gleichzeitig soll sie einen permanenten Ort der Erinnerung darstellen. „Es war ein schmerzhafter Prozess, sich mit den Jahren des Nationalsozialismus in unserem Unternehmen auseinanderzusetzen und diese Periode auch noch als jene Zeit begreifen zu lernen, in der die Wurzeln unseres Unternehmens begründet wurden. Zur geschichtlichen Wahrheit gibt es jedoch keine Alternative“, so Dr. Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG, über den Anspruch des Konzerns, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen.


Den Anstoß zur Ausstellung lieferte der größte archivarische Nachkriegsfund Österreichs aus dem Jahr 1998 mit mehr als 38 000 NS-Personalakten und Lohnbögen. Er bildete die Grundlage für ein umfassendes Forschungsprojekt zur Konzerngeschichte auf Basis dessen es heute auch möglich ist, ein neues Licht auf die menschenverachtende Geschichte der Zwangsarbeit in den Hermann Göring Werken zu werfen. Die Ergebnisse der damaligen Untersuchungen, mit denen die voestalpine ein unabhängiges Wissenschaftlerteam unter der Leitung des renommierten Historikers Univ.-Prof. Dr. Oliver Rathkolb beauftragt hatte, wurden 2001 in einer zweibändigen Publikation veröffentlicht und bilden – neben dem umfassenden Archivmaterial und aktuellen Erkenntnissen – die zentrale Grundlage für die neue Dauerausstellung. Sie ist damit ein weiterer wesentlicher Teil der NS-Aufarbeitung im voestalpine-Konzern, der seit 2001 mit der Schaffung des voestalpine-Dokumentationszentrums Corporate History and Documentation umfangreiche Recherche- und Dokumentationsmaßnahmen setzte und als erstes Unternehmen Österreichs dem Thema Zwangsarbeit eine auf Dauer angelegte Ausstellung widmet.


Die Zeitgeschichteausstellung ist ein Konzern-Projekt im Rahmen der voestalpine Stahlwelt GmbH, die seit 2009 eine in dieser Form einzigartige Entdeckungsreise entlang der Bereiche Unternehmensgeschichte, Stahlerzeugung, Stahlverarbeitung, Stahlprodukte und Stahlerfolge bietet.


Die Website zur Ausstellung finden Sie hier.


voestalpine AG, Linz