15.05.2014

ifo Institut, München

ifo Weltwirtschaftsklima minimal verschlechtert

Der ifo Index für die Weltwirtschaft ist von 103,2 auf 102,3 gesunken. Die Einschätzung zur aktuellen Lage bleibt konstant zufriedenstellend. Der wirtschaftliche Ausblick für die nächsten sechs Monate trübte sich leicht ein, bleibt aber insgesamt freundlich. Die WES-Experten erwarten für dieses Jahr für die Welt 2,5 % Wirtschaftswachstum. Für Europa prognostizieren sie 1,6 %, für Nordamerika 2,5 %. In Lateinamerika dürfte die Expansion dagegen mit 2,3 % und in Asien mit 3,7 % hinter den hohen Wachstumsraten der jüngeren Vergangenheit zurückbleiben. Die Weltkonjunktur ist aufwärtsgerichtet, zeigt aber wenig Dynamik.


Die Krise in der Ukraine hinterlässt deutliche Spuren in den Umfragedaten für Russland und der Ukraine. In Russland trübten sich die Erwartungen für die nächsten sechs Monate deutlich ein. Die Experten in Russland erwarten lediglich 0,8 % Wirtschaftswachstum für das Gesamtjahr. Für die Ukraine wird eine Schrumpfung von 2,5 % prognostiziert.


Hinter der Stabilisierung des Weltwirtschaftsklimas verbergen sich unterschiedliche Tendenzen: Während insbesondere die Länder Nordamerikas und Europas wieder Tritt gefasst haben, scheint sich das Expansionstempo in den asiatischen und lateinamerikanischen Schwellenländern zu verlangsamen. So stieg der ifo Index für Nordamerika um 5,0 Punkte, vor allem aufgrund verbesserter Erwartungen. In Europa verzeichnete der Index einen nicht ganz so ausgeprägten Anstieg um 1,9 Punkte. Hier war die positivere Lagebeurteilung ausschlaggebend, während die Erwartungen etwas nachgaben. In Asien (Rückgang des Indikators um 7,9 Punkte), Lateinamerika (-4,6) und den GUS-Staaten (-8,3) trübten sich beide Komponenten des Wirtschaftsklimas ein.


Die Inflationserwartungen sind weltweit moderat, mit Ausnahme von Lateinamerika und dort insbesondere Argentinien und Venezuela.


ifo Institut, München