27.05.2015

ifo Institut, München

ifo Geschäftsklimaindex für die ostdeutschen Bundesländer stürzt ab

Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Ostdeutschlands ist im Mai auf 107,3 Indexpunkte gefallen, von 109,2 im vergangenen Monat. Dies ist der kräftigste Rückgang seit Jahresmitte 2013. Die ostdeutschen Befragungsteilnehmer stufen ihre aktuelle Geschäftslage nicht mehr so gut ein wie im Vormonat. Zudem hat der Pessimismus über den zukünftigen Geschäftsverlauf spürbar zugenommen. Die Unsicherheit über die Zukunft Griechenlands und die innerdeutschen Arbeitskämpfe setzen die ostdeutsche Konjunktur kräftig unter Druck.


Im verarbeitenden Gewerbe Ostdeutschland hat sich das Geschäftsklima im Mai deutlich verschlechtert. Die momentane Geschäftssituation wird von den ostdeutschen Industriefirmen etwas weniger gut eingestuft. Maßgeblich für die Verschlechterung des Geschäftsklimas sind die nicht mehr so günstigen Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate. Die Optimisten haben deutlich an Gewicht verloren. Gleiches gilt für die Erwartungen an das Auslandsgeschäft, welche insgesamt weniger positiv eingestuft werden.


Das Geschäftsklima im ostdeutschen Großhandel hat sich merklich eingetrübt. Die hiesigen Großhändler sind mit ihren Geschäften nicht mehr so zufrieden wie im Vormonat. Zudem haben die Großhandelsfirmen ihre Geschäftserwartungen aus dem vergangenen Monat vollständig revidiert und stufen diese insgesamt wieder als ungünstig ein. Auch das Geschäftsklima im ostdeutschen Einzelhandel hat sich verschlechtert. Die Einzelhandelsfirmen sind zwar mit ihren aktuellen Geschäften zufriedener, erwarten aber ebenfalls einen ungünstigeren Geschäftsverlauf.


Entgegen der Entwicklung in den übrigen Wirtschaftsbereichen ist der Klimaindikator im Bauhauptgewerbe Ostdeutschlands gestiegen. Die ostdeutschen Baufirmen beurteilen ihre momentanen Geschäfte nicht mehr ganz so gut wie im April. Jedoch blicken sie dem zukünftigen Geschäftsverlauf optimistischer entgegen.


ifo Institut, München