22.05.2014

Wirtschaftsvereinigung Stahl im Stahl-Zentrum, Düsseldorf

Wirtschaftsvereinigung Stahl sieht Korrekturbedarf bei EEG-Reform

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl appelliert an die Bundesländer, sich am Freitag im Bundesrat für eine wettbewerbsverträgliche Ausgestaltung des Erneuerbare Energien- Gesetzes einzusetzen. Der Bundesrat befasst sich Ende dieser Woche mit den Entwürfen für eine Novellierung des Gesetzes.


“Die Stahlindustrie ist als stromintensive Industrie zur Wahrung ihrer Wettbewerbsfähigkeit dringend auf die Entlastungen von der EEG-Umlage angewiesen“, so Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl in Düsseldorf. „Vor diesem Hintergrund sehen wir Forderungen, die Entlastungen noch weiter einzuschränken, mit großer Besorgnis. So wird bereits im vorliegenden Entwurf die Mindestumlage für energieintensive Unternehmen verdoppelt“. Diese Verschärfung geht über die beihilferechtlichen Vorgaben aus Brüssel hinaus.


Kerkhoff fordert zudem eine stärkere Berücksichtigung der Eigenstromerzeugung aus bei der Produktion anfallenden Kuppelgasen und Restenergien, wie sie in der Stahlindustrie üblich ist. „Nach dem jetzigen Vorschlag muss der erzeugte Strom innerhalb von 15 min selbst verbraucht werden, damit er im Rahmen des Bestandsschutzes von der EEG-Umlage befreit bleibt. Dieser enge zeitliche Zusammenhang ist aber bei der Stromerzeugung aus Kuppelgasen prozesstechnisch nicht möglich. Wir schlagen deshalb eine Aufrechnung


übers Jahr vor. Sonst fallen bis zu 10 % des Eigenstroms unter die volle EEG-Umlage. Das verursacht zusätzliche Kosten in zweistelliger Millionenhöhe“, so Kerkhoff. Der Verband plädiert grundsätzlich für eine explizite Ausnahme der Eigenstrom-Erzeugung aus


Restgasen und Restenergien von der Umlage - auch für neue Anlagen. „Andernfalls würden sich solche Investitionen in Energieeffizienz in Zukunft nicht mehr lohnen und die Politik unterliefe ihre eigenen Ziele“, befürchtet der Verbandspräsident.


Wirtschaftsvereinigung Stahl im Stahl-Zentrum, Düsseldorf