08.10.2015

ifo Institut, München

Wirtschaftsforscher erwarten verhaltenen Aufschwung in Deutschland

Die deutschen Wirtschaftsforscher rechnen in diesem und im nächsten Jahr mit einem Wachstum von jeweils 1,8 %. Im Jahre 2014 waren es 1,6 %. Das geht aus der Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute hervor, die am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem verhaltenen Aufschwung, der vor allem von den privaten Konsumausgaben getragen wird. Bremsend wirkt die schwache Weltkonjunktur, insbesondere die Probleme in einer Reihe von Schwellenländern“, erklärte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Die Zuwanderung von Flüchtlingen dürfte kurzfristig zu erheblichen Belastungen für Deutschland führen. Allerdings sind mit ihr auch langfristige Chancen verbunden, wenn mit den richtigen wirtschaftspolitischen Maßnahmen die Integration der Zuwandernden gelingt“, fügte er hinzu.


Für das kommende Jahr rechnen die Forscher mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl auf 2,875 Mio., von 2,80 in diesem Jahr. Damit würde die Quote von 6,4 % in diesem Jahr auf 6,5 % im kommenden Jahr steigen. Gleichzeitig steigt aber auch die Zahl der Erwerbstätigen von 42,9 Mio. auf 43,2 Mio. Menschen.


Die Verbraucherpreise werden im kommenden  Jahr um 1,1 % anziehen, nachdem sie in diesem Jahr nur um 0,3 % angestiegen sein dürften. Der Finanzierungsüberschuss des Staates wird von 23 Mrd. € 2015 auf 13 Mrd. € im kommenden Jahr sinken. Das wären dann 0,4 % der Jahreswirtschaftsleistung, nach 0,8 % 2015. Der Überschuss der Leistungsbilanz gegenüber dem Ausland (Waren, Dienstleistungen, Übertragungen) wird von 256 Mrd. € auf 260 Mrd. € steigen. Dessen Anteil an der Jahreswirtschaftsleistung wird aber von 8,5 % auf 8,3 sinken.


ifo Institut, München