13.12.2013

Deutsche Messe AG, Hannover

Wie Unterlegscheiben intelligent werden

Ein hoher Individualisierungsgrad der Produkte und eine flexibilisierte ressourceneffiziente Großserienfertigung sind die Merkmale der künftigen Industrieproduktion, die oft unter dem Schlagwort Industrie 4.0 zusammengefasst wird. Getrieben wird diese Entwicklung – die vierte industrielle Revolution nach Dampfmaschine, Fließband und erster Automatisierungswelle bis hin zur Verwendung von Robotern – durch das Zusammenwachsen der realen und der virtuellen Welt zum sogenannten Internet der Dinge. Die Grundlage für diese Umwälzung sind autonome, selbststeuernde und vor allem sensorgestützte Produktionssysteme. Auf der O&S 2014, der internationalen Fachmesse für Oberflächen und Schichten vom 24. bis zum 26. Juni in Stuttgart, spielt dieses Thema eine wichtige Rolle.


„Dünnschichtbasierte Sensorik bietet ideale Voraussetzungen für anwendungsorientierte Lösungen und Innovationen rund um industrielle Produktionsprozesse“, sagt Dr. Saskia Biehl, Gruppenleiterin am  Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST, Braunschweig). Das IST hat seit vielen Jahren eine führende Stellung auf diesem Gebiet und verfügt über eine branchenübergreifende Expertise in den Feldern Sensorik, Schichtentwicklung und Mikrostrukturierung. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist ein wichtiger Aussteller der O&S und wird dort auch traditionell wieder mit verschiedenen Instituten vertreten sein.

  

Ein entscheidender Bereich für die Anwendung von Dünnschichtsensorik ist die optimale Auslastung von Werkzeugen, speziell von Schneidwerkzeugen. Die Produktion von Werkstücken höchster Qualität ist nur erreichbar, wenn der Zustand der Bearbeitungswerkzeuge im laufenden Prozess möglichst kontinuierlich überwacht wird. Deshalb sind Werkzeuge mit integrierten Sensoren gefragt, die qualifizierte Aussagen über den aktuellen Verschleißzustand des Werkzeuges liefern können. Der Einsatz der Werkzeuge in einer extrem rauen Umgebung stellt hierbei eine besondere Herausforderung dar. Am Ort, an dem das Werkzeug die Bearbeitung durchführt, treten oft hohe Temperaturen (Schneidwärme), ätzende Flüssigkeiten (Kühl-Schmierstoffe) sowie elektromagnetische Störfelder (durch die Antriebe der Werkzeugmaschinen) gleichzeitig auf. Diese Umgebungseinflüsse sind bei der Entwicklung von geeigneten Sensoren zu beachten.


Deutsche Messe AG, Hannover