14.11.2013

Stahl-Informations-Zentrum, Düsseldorf

Weltrekordhalter im Düsseldorfer Hafen

Das Herzstück des am Standort Lausward im Düsseldorfer Hafen entstehenden Kraftwerksneubaus ist aus Stahl: Im kombinierten Gas- und Dampfbetrieb erreicht die Siemens-Gasturbine einen Wirkungsgrad von über 61 %. Nimmt man den Wärmebetrieb dazu, steigt er sogar auf rd. 85 %. „Block Fortuna" meint nicht die Kurve für die Anhänger des Düsseldorfer Fußballklubs, sondern ist der Name des neuen Gaskraftwerks, das im Westen des Düsseldorfer Hafens an der Lausward entsteht. Herzstück des Kraftwerks ist die im Jahr 2009 mit dem Stahl-Innovationspreis ausgezeichnete Siemens-Gasturbine SGT5-8000H.


Schon jetzt stehen die hervorragenden Leistungswerte für den Kraftwerksblock fest: Knapp 600 Megawatt aus einem einzigen Gas- und Dampf-Block sind Weltrekord. Während die Wirkungsgrade von herkömmlichen Kohlekraftwerken bei etwa 34 % liegen, nutzt diese Gasturbine über 61 % der im Erdgas angelegten Energie. Im Vergleich zu Kohlekraftwerken gleicher Leistung werden jährlich rd. 3 Mio. t CO2 vermieden.


Es kommt aber noch besser: Eine thermische Leistung von 300 Megawatt soll für das Fernwärmenetz ausgekoppelt werden. Auch das stellt einen Weltrekord dar und steigert den Gesamtnutzungsgrad des Kraftwerksblocks auf rd. 85 %.


Möglich machen diese Leistungen hochwarmfeste Stähle speziell für druck- und temperaturbelastete Bauteile. Diese Gasturbine ist die größte der Welt. Ihre Gesamtmasse von 444 t besteht zu 95 % aus geschmiedeten und gegossenen Bauteilen aus Stahl. Hauptlieferantin der geschmiedeten Bauteile war die Saarschmiede GmbH in Völklingen. Dazu zählen alle Komponenten der Gasturbine sowie die Verdichter- und Turbinenscheiben, der Zuganker für das Verspannen der Scheiben und die Hochdruck-Mitteldruckwelle der Dampfturbine. Auch die Welle für den am Ende des Turbinenstrangs gekoppelten Generator, der die Rotationsenergie in elektrische Energie umwandelt, kam ebenfalls aus dem Saarland. Weil die Turbine mit ihrer Energieeffizienz und Leistungsfähigkeit ein Vorbild für den Klimaschutz mit Stahl ist, wurde sie im Jahr 2009 mit dem Stahl-Innovationspreis ausgezeichnet.


Am 31. Juli 2013 wurde nach Fertigstellung der Fundamente das Baufeld des Unternehmens Siemens übergeben, die die Düsseldorfer Stadtwerke mit der Errichtung des Kraftwerks beauftragt hatte. Ab Sommer 2014 wird nach den Plänen des Aachener Architekturbüros kadawittfeldarchitektur mit dem Bau der Fassaden für den Kraftwerksbau begonnen und die Turbine installiert. Nach umfangreichen Tests soll sie dann im Jahr 2016 ans Netz gehen.


Stahl-Informations-Zentrum, Düsseldorf