14.01.2014

RWI, Essen

Welthandel wird längerfristig schwächer wachsen

Der Welthandel ist in den vergangenen Jahren wesentlich schwächer gewachsen als in den Jahren zuvor, 2012 und 2013 sogar mit geringerer Rate als das Welt-BIP. Nach einer aktuellen RWI-Studie deutet vieles darauf hin, dass diese Wachstumsschwäche neben den konjunkturellen auch langfristig wirkende Ursachen hat; eine könnte ein wieder zunehmender Protektionismus sein. Zudem haben viele Schwellenländer mittlerweile ein Entwicklungsstadium erreicht, in dem sie importierte Güter durch heimische Produktion ersetzen. Mit einer besseren Konjunktur wird der Welthandel zwar voraussichtlich in den kommenden Jahren wieder etwas stärker wachsen, aber wohl nicht mehr die Wachstumsraten früherer Jahre erreichen.


Das Wachstum des Welthandels hat sich in den vergangenen Jahren stark verlangsamt. Während der Welthandel in den Jahren 1991 bis 2000 noch doppelt so schnell wie die Weltindustrieproduktion wuchs, nahm er zwischen 2010 und 2013 mit geringerer Rate als diese zu. Nach einer aktuellen RWI-Studie deutet vieles darauf hin, dass die derzeitige Wachstumsschwäche des Welthandels sowohl konjunkturelle als auch langfristig wirkende Ursachen hat. Zwar dürften die konjunkturellen Faktoren in den kommenden Jahren wieder an Bedeutung verlieren und der Welthandel wieder etwas stärker wachsen. Die langfristig wirkenden Faktoren dürften jedoch dafür sorgen, dass der Welthandel künftig nicht mehr so viel schneller als das Welt-BIP wachsen wird, wie dies in der Vergangenheit der Fall war.


Die voraussichtlich schwächere Entwicklung dieser sogenannten „Einkommenselastizität“ des Welthandels, hier verstanden als das Verhältnis der Wachstumsrate von Welthandel und Weltproduktion, hat spürbare Konsequenzen für die kurz- und mittelfristigen Prognosen für die sehr exportorientierte deutsche Wirtschaft. Entsprechend wird künftig bei kurzfristigen Prognosen von einem geringeren Wachstum des Welthandels ausgegangen werden, als man es früher bei vergleichbarem Wirtschaftswachstum erwartet hätte.


Die RWI-Studie finden Sie in Heft 4/2013 der RWI-Konjunkturberichte.


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