06.10.2015

ThyssenKrupp Steel Europe, Duisburg

Weißblechhersteller ThyssenKrupp Rasselstein investiert in Effizienz

Mit umfangreichen Modernisierungen erhöht ThyssenKrupp Rasselstein die Effizienz seiner Produktionsanlagen. Die Maßnahmen betreffen drei zentrale Aggregate des Weißblechherstellers: eine der beiden Kaltwalzstraßen, eine Durchlaufglühe sowie die Beize. Aufgrund der Erneuerungsarbeiten werden im November und teilweise schon im Oktober die betreffenden Anlagen vorübergehend stillstehen. Zeitweise werden mehrere Hundert Fachkräfte externer Spezialfirmen zusätzlich zu den Rasselsteiner Mitarbeitern im Andernacher Werk rund um die Uhr beschäftigt sein. Die Instandsetzungen sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Durch die Konzentration auf das Werk Andernach wird dieser Standort ausgebaut.


Die erste der beiden Kaltwalzstraßen erhält nach über 50-jähriger Betriebszeit einen völlig neuen Kühlwasserkreislauf. Dazu gehören der Neubau zweier Hallen und einer Kühlanlage sowie die Installation einer neuen technischen Infrastruktur zum Betrieb des Rückkühlsystems. Zusammen mit Investitionen aus den Vorjahren ist die Tandemstraße 1 damit praktisch vollständig runderneuert. Der Durchlaufglühofen 4 wird nach rund 30-jähriger Betriebszeit mit einer neuen Leistungselektrik ausgestattet. Ein Großteil der dazu erforderlichen Einrichtungen, zum Beispiel ein neues Schalthaus und die Vorbereitung der Anschlüsse, ist bereits während laufender Produktion in den zurückliegenden Monaten errichtet worden. Zusätzlich zur elektrischen Erneuerung erhöhen mechanische Anpassungen die künftige Leistungsfähigkeit der Anlage um 60000 auf dann rd. 430000 t/a. Gleichzeitig trägt die Umrüstung von Gleich- auf Drehstrom dazu bei, den Energieverbrauch der Anlage zu senken.


Die Leistungssteigerung der Beize als drittes Großprojekt ist eine Folge der Produktionsverlagerung aus dem Werk Neuwied. Die bislang in Neuwied betriebene Beize hat neben der Versorgung des Feinblechwerks jährlich etwa 200000 t gebeiztes Warmband für die Verpackungsstahlproduktion in Andernach bereitgestellt. Eine Reihe von Umbauten setzt die Andernacher Beize jetzt in den Stand, den Gesamtbedarf allein abzudecken. Während schrittweise seit 2013 Neuwieder Mitarbeiter begannen, sich auf neue Aufgaben im Andernacher Werk vorzubereiten, wurden auch erste Maßnahmen zur Leistungserhöhung der Beize in Angriff genommen. Nach Abschluss der Umbauarbeiten in diesem November und der Wiederinbetriebnahme in den nachfolgenden Wochen wird die Neuwieder Beize stillgelegt.


„Diese Projekte, die nun zeitgleich umgesetzt werden, sind mit Investitionen von insgesamt rd. 40 Mio. € verbunden“, erklärt Oliver Hoffmann. „Damit stärkt ThyssenKrupp die Sparte Verpackungsstahl und macht mit dem Werk Andernach den weltgrößten Standort, an dem dieses Qualitätsprodukt hergestellt wird, zukunftsfest“, so der Technik-Vorstand von ThyssenKrupp Rasselstein. Die Konzentration des Weißblechgeschäfts im Werk Andernach erfolgte im Rahmen des Optimierungsprogramms „Best-in-Class Reloaded“ bei ThyssenKrupp Steel Europe. Damit verbunden ist der Prozess der Schließung des Feinblechwerks in Neuwied, der mit dem Umzug der Beize zum Jahresende beendet ist. Im Zuge dessen fand der überwiegende Teil der rd. 400 Neuwieder Mitarbeiter einen Arbeitsplatz in Andernach, für die anderen gab es sozialverträgliche Lösungen. „Wir sind stolz darauf, dass es uns in dieser Zeit mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Beschäftigten gelungen ist, den Neuwieder Kollegen eine attraktive Perspektive im Unternehmen zu erhalten“, betont Hoffmann.


ThyssenKrupp Steel Europe, Duisburg