02.04.2014

Saarstahl AG, Völklingen

Uneinheitliches Geschäftsjahr 2013 des Saarstahl-Konzerns

Das Geschäftsjahr 2013 ist innerhalb des Saarstahl-Konzerns uneinheitlich verlaufen. Während die Saarstahl AG vor allem mengenmäßig besser als erwartet abgeschnitten hat, musste die Saarschmiede GmbH Freiformschmiede erneut einen Umsatzrückgang hinnehmen. „Saarstahl hat sich in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld gut behauptet, allerdings verzeichnete der Konzern aufgrund der negativen Entwicklung im Beteiligungsbereich ein insgesamt schwieriges Geschäftsjahr 2013“, so der Vorstandsvorsitzende Dr. Karlheinz Blessing bei der diesjährigen Jahrespressekonferenz.


Die Saarstahl AG hat bei Draht- und Stab vor allem von der guten Auslastung in der Automobilbranche profitiert. Gerade die deutschen Premiumhersteller haben weltweit ihre Marktanteile gefestigt bzw. ausgebaut. Vom Maschinenbau gingen ab der zweiten Jahreshälfte wieder stärkere Impulse aus. Das global sinkende Preisniveau für Stahlprodukte aufgrund der bestehenden Überkapazitäten hat allerdings erneut die Erlöse unter Druck gesetzt. Die Saarschmiede GmbH Freiformschmiede leidet nach wie vor unter der Investitionszurückhaltung auf den Energiemärkten und hat zur Verbesserung ihrer Ergebnissituation in 2013 ein internes Kostensenkungsprogramm auf den Weg gebracht.


Zahlen des Saarstahl-Konzerns des Jahres 2013:



  • Die Konzernrohstahlproduktion ist auf 2,520 Mio. t um 8,9 % gestiegen (Vorjahr: 2,315 Mio. t).

  • Der Konzernumsatz ist um 6,8 % auf 2,280 Mrd. € gesunken (Vorjahr: 2,492 Mrd. €). Deutschland ist für Saarstahl weiterhin der wichtigste Absatzmarkt, vor der EU und Drittländern (NAFTA, Asien, Rest der Welt).

  • Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich auf -131 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €) und das Ebitda (Ebit vor Abschreibungen) auf 19 Mio. € (Vorjahr: 147 Mio. €).

  • Der Saarstahl-Konzern ist mit einer Gesamtbelegschaftszahl von 6 903 (Vorjahr: 6 945) weiterhin einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region. Hinzu kommen 252 Auszubildende (Vorjahr: 303). Bei der Saarstahl AG waren zum 31.12.2013 insgesamt 3 867 Mitarbeiter (Vorjahr: 3 791), bei der Saarschmiede GmbH Freiformschmiede 986 Mitarbeiter (Vorjahr: 1 057) beschäftigt.

  • Nach den Großinvestitionen der vergangenen Jahre (Saarschmiede, Stabstahlzentrum Nauweiler und neue Sekundärmetallurgie) bewegten sich die Investitionen im Konzern mit 84 Mio. € auf einem weiterhin hohen, wenn auch etwas niedrigeren Niveau im Vergleich zum Vorjahr (2012: 141 Mio. €). Bei Saarstahl selbst wurden 55 Mio. € investiert (2012: 99 Mio. €).

  • Trotz der eingetretenen Verluste und weiterhin hoher Investitionen hat der Saarstahl-Konzern eine solide Eigenkapital- und Finanzstruktur (Eigenkapital beträgt 71 % der Bilanzsumme).


Verhalten positiver Ausblick für 2014: In den für die Saarstahl AG wichtigen Kundensegmenten Automobil- und Maschinenbau wird 2014 mit einem weiter anziehenden Markt gerechnet. Die Saarschmiede GmbH Freiformschmiede rechnet mit einem ähnlich schwierigen Jahr wie 2013. Das „Grundrauschen“ in den Energiemärkten wird zwar lauter und die positiven Konjunkturdaten insbesondere aus dem wichtigen US-Markt signalisieren einen Aufwärtstrend. Aufgrund langwieriger Vorlaufzeiten und Zulassungsverfahren für Projekte ist ein grundlegender Umschwung bei der Saarschmiede erst für 2015 zu erwarten.


Niedrige Lagerbestände bei den Händlern und konjunkturelle Erholungstendenzen haben dem Saarstahl-Konzern insgesamt einen guten Start mit einer sehr guten Auslastung in das Jahr 2014 beschert. Die positive Entwicklung des ifo-Geschäftsklima-Index gibt auch für den weiteren Verlauf des Jahres Zuversicht. Im Langstahlbereich wird hinsichtlich Menge und Erlös eine positive Entwicklung erwartet und das Unternehmen strebt für 2014 notwendige Preiserhöhungen an. Der Konzern rechnet bei einem weiterhin schwierigeren Geschäftsverlauf mit einer Verbesserung der Umsatzzahlen und einem ausgeglichenen Ergebnis.


Wie ein Damoklesschwert hängt die anstehende EEG-Novelle über der gesamten deutschen Stahlindustrie. „Es ist unstrittig, dass das EEG-Gesetz reformiert werden muss. Kaum nachvollziehbar ist allerdings, für diese Reform die Eigenstromproduktion der Industrie zu verteuern. Sie ist hocheffizient und bietet den Unternehmen Versorgungsicherheit“, erklärt Blessing.


Saarstahl AG, Völklingen