21.01.2015

ots, Frankfurt am Main

Topmanager sehen Weltkonjunktur weniger optimistisch als 2014

Weniger Topmanager als im vergangenen Jahr rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einer Belebung der Weltkonjunktur. Die Zuversicht für das Wachstum des eigenen Unternehmens bleibt hingegen weltweit stabil. Dies gilt auch für die Jahresprognose der deutschen Topmanager, von denen 35 % (2014: 33 %) sehr zuversichtlich sind, in den kommenden zwölf Monaten Wachstum zu erzielen. Deutlich eingetrübt ist jedoch die Zuversicht für die nächsten 36 Monate: 70 % der deutschen Führungskräfte sehen hier mehr Gefahren als Chancen für das Wachstum des eigenen Unternehmens - so viele wie nirgendwo sonst in der Welt. Dies ergab eine weltweite Befragung unter rd. 1 300 Topmanagern aus 77 Ländern für den 18. Global CEO Survey der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.


Norbert Winkeljohann, Vorstandssprecher von PwC Deutschland, zu den Ergebnissen: "Umwälzende Veränderungen durch neue Technologien und erhebliche Schwankungen des Wirtschaftswachstums in wichtigen Auslandsmärkten hatten die Manager schon im vergangenen Jahr als mittelfristige Gefahren identifiziert. Daraus sind aktuelle Bedrohungen geworden. Nun kommen auch noch geopolitische Krisen und Hackerangriffe hinzu. Diese vielfältigen und ernst zu nehmenden Risiken verunsichern die Firmenlenker zu Recht."


Fast jeder fünfte Manager (17 %) weltweit rechnet für dieses Jahr mit einer Verschlechterung der Weltkonjunktur, das sind mehr als doppelt so viele wie 2014 (7 %). Nur 37 % (2014: 44 %) hoffen auf eine Belebung, 44 % gehen von einer unveränderten Lage aus. Die Auswertung nach Regionen ergibt ein uneinheitliches Bild: Der größte Optimismus herrscht in Asien-Pazifik, wo 45 % der Manager eine positive Entwicklung der Weltkonjunktur erwarten, gefolgt vom Nahen Osten (44 %) und Nordamerika (37 %). Am wenigsten Zuversicht herrscht bei den Managern in West- und Osteuropa, wo nur 16 % von einer Belebung der Weltwirtschaft ausgehen. Im Vergleich mit den Managern der Nachbarstaaten nimmt sich das deutsche Ergebnis trotz rückläufiger Optimismuswerte immer noch deutlich positiv aus: In Deutschland zeigten sich 33 % der befragten Manager zuversichtlich (2014: 40 %), 12 % äußerten sich pessimistisch (2014: 9 %) zur Entwicklung der weltweiten Konjunktur. Die größte Zuversicht haben Manager in Indien (59 %), China (46 %) und Mexiko (42 %).


Während das Vertrauen in die Stärken des eigenen Unternehmens stabil bleibt, bereiten den CEOs vor allem die Rahmenbedingungen weltweit große Sorgen. 59 % der Manager sehen mehr Gefahren für ihre Wachstumsziele als noch vor drei Jahren. 78 % und damit so viele wie nie in den vergangenen 18 Jahren sorgt die Überregulierung. Am meisten drückt sie die Stimmung in Argentinien (98 %), Venezuela (96 %), den Vereinigten Staaten und Deutschland (je 90 %), Großbritannien (87 %) und China (85 %). 72 % der CEOs weltweit (62 % in Deutschland) fürchten sich vor den Folgen der defizitären Staatshaushalte, und ebenfalls 72 % bereitet die geopolitische Situation wirtschaftliche Sorgen (77 % in Deutschland).


Bei den unternehmerischen Risiken bleibt der Fachkräftemangel mit 73 % der Nennungen das Top-Risiko-Thema. Cyberattacken, die im vergangenen Jahr mit 48 % nicht einmal jeder zweite Manager nannte, stiegen angesichts bekannt gewordener Hackerangriffe im vergangenen Jahr mit 61 % auf Rang 2 der Risiko-Rangliste. Bei deutschen Managern belegt dieses Risikothema mit 65 % der Nennungen sogar Platz 1 (2014: 61 %). Auf den Rängen weltweit folgen verändertes Verbraucherverhalten (60 %), Energiekosten (59 %) und die Geschwindigkeit technologischer Entwicklungen 58 % (2014: 47 %).


Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.pwc.com/ceosurvey .


ots, Frankfurt am Main