02/12/2013

ThyssenKrupp AG, Essen

ThyssenKrupp findet tragfähige Lösung für Steel Americas

Die ThyssenKrupp AG ist auf ihrem Weg zu einem diversifizierten Industriekonzern im Geschäftsjahr 2012/13 trotz eines erneuten Verlusts in Höhe von 1,5 Mrd. € entscheidende Schritte vorangekommen. Die operativen Ziele der fortgeführten Aktivitäten in Bezug auf Effizienzsteigerung, Ergebnis sowie Cash-Flow wurden erreicht oder übertroffen. Die Nettofinanzschulden wurden zum Bilanzstichtag (30.09.) signifikant gesenkt. Gleichzeitig hat ThyssenKrupp eine tragfähige Lösung für die Business Area Steel Americas erzielt. Das Walz- und Beschichtungswerk ThyssenKrupp Steel USA in Calvert/Alabama wird an ein Konsortium aus ArcelorMittal und Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation (das Konsortium) verkauft. Gleichzeitig wurde über einen langfristigen Brammenliefervertrag eine werthaltige Lösung für ThyssenKrupp CSA in Brasilien erreicht.


Mit dem Closing erhält ThyssenKrupp vom Konsortium einen Kaufpreis in Höhe von 1,55 Mrd. US-Dollar. Das Konsortium wird darüber hinaus bis zum Jahr 2019 jährlich 2 Mio. t Brammen von ThyssenKrupp CSA abnehmen. Das Werk in Brasilien verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von rd. 5 Mio. t Brammen. Mit der jetzt geschlossenen Vereinbarung ist das Werk verlässlich über mehrere Jahre zu mindestens 40 % ausgelastet.


ThyssenKrupp hält aus dem Verkauf von Inoxum einen Anteil von 29,9 % an Outokumpu und eine Finanzforderung, die mit Wirkung zum 30. September 2013 auf rd. 1 Mrd. € wertberichtigt werden musste. Im Zuge der Neuordnung der Finanzierung von Outokumpu hat ThyssenKrupp am 29. November 2013 einen Vertrag mit Outokumpu zur Übertragung von jeweils 100 % der Anteile an VDM und AST sowie weiterer kleinerer Aktivitäten im Bereich Edelstahl-Service-Center an ThyssenKrupp unterzeichnet. Als Gegenleistung wird die im Rahmen der Inoxum-Transaktion entstandene Finanzforderung von ThyssenKrupp an Outokumpu übertragen. Darüber hinaus wird sich ThyssenKrupp von dem 29,9%-Anteil an Outokumpu vollständig trennen und alle weiteren finanziellen Verbindungen zu Outokumpu beenden. Die Veräußerung der Anteile wird in Erwartung einer Kapitalerhöhung bei Outokumpu voraussichtlich zu einem signifikanten Verlust auf den bilanzierten Beteiligungsbuchwert von 305 Mio. € führen. Dem stehen Entlastungen aus dem Wegfall bilanzieller Risiken gegenüber. Guido Kerkhoff wird sein Aufsichtsratsmandat bei Outokumpu aufgeben. ThyssenKrupp wird die Unternehmen VDM und AST zunächst weiterentwickeln und sich die erforderliche Zeit für eine gute Lösung nehmen.


ThyssenKrupp plant eine Kapitalerhöhung, deren Durchführung in Abhängigkeit von den Kapitalmarktbedingungen entschieden wird. Der Vorstand ist überzeugt, mit einer Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts von bis zu 10 % des gezeichneten Kapitals eine vernünftige Balance zwischen Aktionärsinteressen und Anforderungen weiterer strategisch wichtiger Stakeholder zu erreichen.


Ausblick 2013/2014 (inkl. Steel Americas, ohne VDM und AST): Auch wenn die konjunkturelle Entwicklung aus heutiger Sicht verhalten bleibt, erwartet ThyssenKrupp einen Konzernumsatz, der gegenüber dem Vorjahr im mittleren einstelligen Prozentbereich wächst. Der Vorstand geht davon aus, dass sich das Bereinigte EBIT von 599 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr auf rd. 1 Mrd. € deutlich verbessern wird. Dafür gibt es zwei wesentliche Treiber: erstens das erwartete Wachstum in den ertragsstarken Industriegüter-Geschäften und zweitens die verbesserte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit durch das Effizienzprogramm "impact 2015". ThyssenKrupp erwartet für das Geschäftsjahr 2013/2014 eine deutliche Verbesserung in Richtung eines wieder ausgeglichenen Jahresergebnisses.


ThyssenKrupp AG, Essen