14/04/2014

ThyssenKrupp Elevator AG, Essen

ThyssenKrupp Elevator baut Testturm für Hochgeschwindigkeitsaufzüge

Die weltweit fortschreitende Urbanisierung steigert den Bedarf an Hochhäusern und Wolkenkratzern. Experten erwarten daher bis 2025 eine Zunahme der benötigten Geschossflächen um 85 % über dem heutigen Bestand. Innovationen von ThyssenKrupp Elevator erhöhen Gebäudenutzfläche über alle Etagen.


ThyssenKrupp Elevator plant den Bau eines Testturms für Hochgeschwindigkeitsaufzüge. Dieser Testturm werde mit rd. 244 m eines der höchsten Bauwerke Deutschlands. Die Konstruktion diene dem Test und der Zertifizierung von Hochgeschwindigkeitsaufzügen und trage so zu einer erheblichen Verkürzung der Entwicklungszeit zukünftiger und bereits in der Konstruktionsphase befindlicher Wolkenkratzer auf der ganzen Welt bei.


Das Design stamme vom renommierten Architekten Helmut Jahn und werde den Forschungs- und Entwicklungsturm zu einem der prägnantesten Bauwerke in Süddeutschland machen. Die öffentliche Besucherplattform ermögliche auf 232 m Höhe eine 360°-Sicht auf die Region um Rottweil. Damit verfüge der Testturm über die höchste Besucherplattform Deutschlands und solle zu einem attraktiven Anziehungspunkt für Touristen in Baden-Württemberg werden. Somit sei der Testturm mehr als nur ein funktionales Gebäude zur Forschung und Entwicklung. Unter nachhaltigen und Ressourcen schonenden Gesichtspunkten entworfen, repräsentiere er ThyssenKrupps Ingenieurkunst und zitiere in seiner Form die mittelalterlichen Kirch- und Wehrtürme von Rottweil. 


Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 40 Mio. € unterstreicht ThyssenKrupp die besondere Bedeutung der Region: Zusammen mit dem Aufzugswerk in Neuhausen auf den Fildern, das derzeit umfangreich zu einem Technologiepark umgebaut wird, sowie der Forschungs- und Entwicklungseinrichtung in Pliezhausen bildet Rottweil mit dem geplanten Testturm eine hochmoderne Innovationsschmiede für Aufzugstechnik mit insgesamt über 1500 Mitarbeitern. Die Nähe zu den angrenzenden Universitäten und Fachhochschulen in und um Stuttgart und Konstanz in Deutschland sowie St. Gallen, Zürich und Winterthur in der Schweiz mit rd. 10000 Studenten der Ingenieurswissenschaften bietet für ThyssenKrupp eine exzellente Ausgangsbasis für die Rekrutierung von hochqualifizierten Nachwuchskräften.

Innovative Aufzugstechnik wird für die zukünftigen Anforderungen an moderne Gebäude immer wichtiger: Effizientere Energienutzung, schnellere und intelligentere Logistik sowie kompromisslose Sicherheitstechnik erfordern bessere Lösungen. Innovationen wie der Twin, das weltweit einzige Aufzugssystem mit zwei unabhängigen Kabinen in einem Schacht, werden im Testturm weiterentwickelt. Die neuen Testschächte sind dabei für Geschwindigkeiten von Aufzugskabinen von bis zu 18 m/s ausgelegt – rund doppelt so schnell wie Usain Bolts 100-m-Rekordlauf. Diese Geschwindigkeit gilt als eine der Hauptvoraussetzungen für kommende Rekordhöhen. Bei den angestrebten Plänen von 1.500 Meter hohen Gebäuden würde ein solcher Aufzug nur rund 90 Sekunden benötigen, um die Spitze zu erreichen.


Urbanisierung als globaler Megatrend prägt das derzeitige Städtewachstum: Diese Entwicklung und das rasante Bevölkerungswachstum sind zu einer der größten Herausforderungen geworden - auch für ThyssenKrupp. Nach einem Bericht des McKinsey Global Institute von 2012 steigt die benötigte Geschossfläche bis 2025 um schätzungsweise 85 % über den derzeitigen Bestand. Investitionen von fast 58 Billionen Euro werden nötig, um neue Gebäude zu errichten und bestehende Bauwerke zu modernisieren. Doch der städtische Raum ist begrenzt: Größere und höhere Gebäude erfordern innovative Technologien und Mobilitätslösungen – darunter effiziente Hochgeschwindigkeitsaufzüge. Bis 2016 wird der Markt für Aufzugslösungen (inklusive Fahrtreppen und Fahrsteige) um jährlich fünf Prozent auf gut 52 Mrd. € wachsen.


Für diesen Bedarf sei man gut gerüstet, so Andreas Schierenbeck, Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp Elevator: „Der geplante Testturm unterstützt uns bei der Forschung und Entwicklung von Aufzugsinnovationen für mittlere und hohe Gebäude. Mit neuen Produkten reduzieren wir den Bedarf an Raum für Aufzugsschächte und schaffen so eine maximale Flächeneffizienz. Neben der Entwicklung fortschrittlicher Technologien hat für uns die Erweiterung unseres globalen Service-Netzwerkes höchste Priorität: Noch näher am Kunden und dessen Bedürfnissen - das ist unser Ziel.“


Unter dem Einfluss neuer Techniken werden sich die Grenzen der Möglichkeiten im Bau von Wolkenkratzern massiv verändern: Die Namen zukünftiger Rekordgebäude werden schneller wechseln, die Mehrheit dieser Konstruktionen wird in Schwellenländern entstehen. Gebäudehöhen von 300 bis 800 m prägen die Silhouetten zukünftiger Metropolen und definieren damit die Anforderungen an neue Technologien. Weltweit sind derzeit rd. 180 Gebäude mit einer Höhe von 250 m und mehr im Bau. Rund 50 davon werden pro Jahr fertiggestellt. Im Bereich von Gebäudehöhen über 150 m sind sogar rd. 800 Gebäude in der Bauphase bei einer jährlichen Fertigstellungsrate von 270 Objekten.


Nach der Präsentation der Architektur des Testturms stehen nun die nächsten Schritte an. Oberbürgermeister Ralf Broß: „Nach der derzeit laufenden frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung ist im Sommer die formelle Offenlage der Pläne vorgesehen. Sollten sich daraus keine einschneidenden Planänderungen ergeben, könnte der Gemeinderat bereits nach den Sommerferien eine Baugenehmigung erteilen, denn das gemeinsame Ziel von Stadt und ThyssenKrupp ist ein Baustart noch im Herbst. Mit dem Testturm schlagen wir ein neues Kapitel in der Architekturgeschichte Rottweils auf. Das Wechselspiel zwischen der mittelalterlichen Innenstadt und dem neuen Testturm wird zum Alleinstellungsmerkmal, mit dem sich unsere Stadtsilhouette von allen anderen vergleichbaren Städten abheben wird“, betont Broß. Die Stadt rechnet mit wichtigen Impulsen für den Tourismus und die regionale Wirtschaft. „ThyssenKrupp bietet Rottweil eine großartige Chance und ich bin dem Unternehmen für sein enormes Engagement hier bei uns sehr dankbar. Meine Mitarbeiter und ich werden ThyssenKrupp auch in den kommenden Monaten weiterhin mit aller Kraft unterstützen“, erklärt der Oberbürgermeister.



Die Business Area Elevator Technology umfasst die weltweiten Konzernaktivitäten im Geschäftsfeld Personenbeförderungsanlagen. Mit einem Umsatz von 6,2 Mrd. € im Geschäftsjahr 2012/2013 und Kunden in 150 Ländern zählt ThyssenKrupp Elevator zu den führenden Aufzugsunternehmen der Welt. Das Unternehmen mit mehr als 49000 qualifizierten Mitarbeitern bietet innovative und energieeffiziente Produkte, entwickelt für die individuellen Anforderungen der Kunden. Das Portfolio umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie maßgeschneiderte Servicelösungen für das gesamte Produktangebot. Über 900 Standorte rund um den Globus bilden ein dichtes Vertriebs- und Servicenetz und sichern somit eine optimale Nähe zum Kunden.



 


ThyssenKrupp Elevator AG, Essen