08.11.2013

SMS group, Düsseldorf

Tata Steel baut Ofen für Stähle mit Einsatzgebiet Luftfahrtindustrie

Tata Steel beauftragte SMS Mevac GmbH mit der Errichtung eines Vakuuminduktionsschmelz(VIM)-Ofens am Standort Stocksbridge in South Yorkshire, Großbritannien, zu errichten. Mit dieser Anlage kann Tata Steel neue Märkte erschließen und neue, innovative Produkte für die Luftfahrt- und die Öl- und Gasindustrie entwickeln. Der moderne VIM X-eed-Ofen ermöglicht der Edelstahlsparte von Tata Steel, die bereits heute Stahl an Hersteller von Flugzeugtrieb­werken und Flugzeugzellen liefert, ihre Kundenbeziehungen und ihr Produktportfolio weiter auszubauen.


Für Tata Steel ist dies ein wichtiger Schritt zur Sicherung seiner Position als ein führender Lieferant von hochreinen Stählen auf dem globalen Markt für Luftfahrttechnik. Die Inbetriebnahme soll Anfang 2015 erfolgen. Bei diesem Projekt für Stocksbridge wird Tata Speciality Steels mit der deutschen SMS Mevac, einem führenden Anbieter von Vakuum­behandlungsanlagen und anderen metallurgischen Anlagen, zusammenarbeiten.


Henrik Adam, Chief Commercial Officer von Tata Steel, erklärt: „Die Ergänzung unserer Produktionsbasis für Stähle mit dem Einsatz­gebiet Luftfahrt durch den Bau eines VIM-Ofens eröffnet uns eine spannende Perspektive.“ „Er stärkt unsere Rolle als Partner für Schlüsselkunden, die hoch spezialisierte Produkte fordern. Unsere Fähigkeit, diese Kunden zu bedienen, bestimmt unsere Rolle in der Lieferkette von Luftfahrt­stählen.“


Mark Broxholme, Managing Director bei Tata Speciality Steels, er­gänzt: „Heute liefern wir kleine Mengen von VIM-behandelten Stählen unter Verwendung von von extern bezogenen Blöcken. Die Möglich­keit zur eigenen Herstellung wird unsere Lieferfähigkeit im Bereich der VIM-Stähle maßgeblich steigern.“ „Dies ist ein klares Signal an unsere Kunden, dass wir langfristig auf den Markt für Luftfahrttechnik setzen.“ Michael Thiehofe, Geschäftsführer der SMS Mevac: „SMS Mevac ist sehr zufrieden, gemeinsam mit Tata Steel nunmehr an der Umset­zung des Konzeptes der VIM X-eed®-Anlage zu arbeiten. Ich freue mich bereits heute darauf, wenn diese Anlage 2015 in vollem Betrieb arbeitet und dabei die hohen Anforderungen dieses anspruchsvollen Marktes erfüllt.“


Bei der VIM-Herstellungsroute werden hochreiner Stahl und Legierungen in einem Tiegelofen eingeschmolzen. Der gereinigte flüssige Stahl wird anschließend in Blöcke gegossen. Der gesamte Prozess findet in einer Vakuumkammer statt. Da das Einschmelzen und Gießen komplett in sauerstofffreier Atmosphäre stattfindet, weist der hergestellte Stahl einen sehr hohen Reinheitsgrad und einen sehr geringen Gasanteil auf.


Durch die ebenfalls unter Vakuum stattfindende Zugabe von Legierungsmitteln lässt sich die chemische Zusammensetzung des Stahls sehr präzise einstellen.


Die so hergestellten Blöcke werden in einer Vakuum-Lichtbogen-Umschmelzanlage VAR (Vacuum Arc Remelting) weiter verfeinert, bevor sie in der Walzstraße oder in der Schmiede zu Bauteilen für Trieb- oder Fahrwerke verarbeitet werden.


Markus Hüllen, Leiter Technik der SMS Mevac GmbH, erklärt: „SMS Mevac wird bei der Durchführung dieses Projekts zeigen, dass wir, auf der Grundlage von mehr als 40 Jahren Erfahrung im Bereich Vakuummetallurgie mit über 400 weltweit aufgestellten Anlagen und kombiniert mit dem inhäusigen Betreiber Know-How unserer inter­national erfahrenen Spezialisten, in der Lage sind, eine VIM X-eed-Anlage der kommenden Generation zu bauen.”


Stephen Carey, VIM-Projektleiter bei Tata Speciality Steels, fügt ergänzend hinzu: „In den vergangenen zwölf Monaten haben wir eng mit SMS Mevac an der Konstruktion und Ausführung des Ofens gear­beitet. Diese vorbereitenden Arbeiten werden den Projektverlauf bis hin zur Inbetriebnahme erheblich beschleunigen, sodass unsere Kunden zum frühestmöglichen Zeitpunkt von den Produkten aus dem neuen Ofen profitieren können.“


SMS group, Düsseldorf