29/08/2014

ots, Wiesbaden

Tarifverdienste im 2. Quartal 2014 um 2,6 % gestiegen

Die tariflichen Monatsverdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind in Deutschland im zweiten Quartal 2014 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal durchschnittlich um 2,6 % gestiegen. Damit liegt nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) die Steigerungsrate der Tarifverdienste im Durchschnitt über dem Wert der Vorquartale. Berücksichtigt wurden tarifliche Grundvergütung sowie tariflich festgelegte Sonderzahlungen wie Einmalzahlungen, Jahressonderzahlungen oder tarifliche Nachzahlungen. Die Verbraucherpreise erhöhten sich vom zweiten Quartal 2013 zum zweiten Quartal 2014 um 1,1 %.


Die Tarifentwicklung in den einzelnen Wirtschaftsbereichen war sehr unterschiedlich. Am niedrigsten war das Tarifplus im Gastgewerbe mit 1,5 %. Bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie in Verkehr und Lagerei waren es je 2,0 %, im Baugewerbe 2,4 % und im verarbeitenden Gewerbe 3,9 %. Am stärksten stiegen die tariflichen Monatsverdienste vom zweiten Quartal 2014 gegenüber dem zweiten Quartal 2013 im Handel mit durchschnittlich 4,4 %. Dies ist unter anderem auf den Tarifabschluss im Einzelhandel zurückzuführen. Er wurde am Jahresanfang 2014 abgeschlossen, sah aber rückwirkend Tariferhöhungen ab Juli 2013 sowie eine weitere Steigerung um 2,1 % ab April 2014 vor.


Vergleichsweise niedrig war der Anstieg der tariflichen Monatsverdienste im öffentlichen Dienst sowie im Gesundheits- und Sozialwesen mit je 1,7 %. Grund dafür ist, dass sich Bund und Gemeinden zwar im April 2014 auf eine Tariferhöhung um 3 %, mindestens 90 € monatlich ab 1. März 2014 geeinigt haben. Dieses Plus wird jedoch erst im August ausbezahlt. Da der Tarifindex Erhöhungen bei Auszahlung an die Beschäftigten erfasst, wird diese Tariferhöhung einschließlich der Nachzahlungen für die Monate März bis Juli erst im dritten Quartal nachgewiesen. Das Tarifplus im Bereich der Länder von 2,95 % ab 1. Januar 2014 sowie die Besoldungserhöhungen der Landesbeamtinnen und -beamten sind dagegen in die Berechnung des Tarifindex eingeflossen. Für Bundesbeamte wurden noch keine Erhöhungen beschlossen.


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