16.12.2013

Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

Tarifabschlüsse im Schnitt über 3 %

Die Tarifabschlüsse 2013 sahen in den meisten Branchen für dieses Jahr Tarifsteigerungen zwischen 2 und 4 % vor, mit einem Schwerpunkt zwischen 3 und 3,5 %. In den länger laufenden Abschlüssen bewegen sich die Steigerungsraten für das kommende Jahr zwischen 1,8 und 3,0 %. Dazu drei Beispiele: In der Metall- und Elektroindustrie vereinbarte die IG Metall im Mai nach zwei Nullmonaten eine Tariferhöhung von 3,4 % für dieses Jahr und eine weitere Anhebung von 2,2 % ab Mai 2014 mit einer Laufzeit bis zum Ende des Jahres. Im öffentlichen Dienst der Länder erreichte ver.di eine Tarifsteigerung von 2,65 % für 2013 und weitere 2,95 % für 2014, Laufzeit ebenfalls bis Ende des Jahres. Im Versicherungsgewerbe sieht der Tarifabschluss nach vier Nullmonaten 3,2 % Tarifsteigerung ab August 2013 und weitere 2,2 % ab Oktober 2014 vor mit einer Laufzeit bis März 2015.


Das zeigt die Tarifbilanz des WSI-Tarifarchivs in der Hans-Böckler-Stiftung. Der Anstieg der Verbraucherpreise bleibt in diesem Jahr mit rd. 1,5 % sehr moderat. "Auf das ganze Jahr gerechnet ist daher mit einer realen Steigerung der Tarifverdienste von gut 1 % zu rechnen" sagt WSI-Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck.


Tarifrunde 2014: Ende Dezember 2013 und Ende Januar 2014 endet die Laufzeit der Verträge in der chemischen Industrie, die IG BCE fordert Tariferhöhungen von 5,5 %. Dieselbe Forderung stellt ver.di für die Druckindustrie, wo ebenfalls ab Jahresbeginn verhandelt wird. Weitere Kündigungstermine sind Ende Januar bei der Deutschen Telekom AG, Ende Februar im öffentlichen Dienst (Bund und Gemeinden), Ende April im Bauhauptgewerbe und im Bankgewerbe, Ende Mai in der Stahlindustrie. Im Juli folgt die Deutsche Bahn AG, im Oktober die Textil- und Bekleidungsindustrie West. Die Tarifverträge der Metallindustrie laufen bis Ende 2014.


Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf