07.11.2014

Wirtschaftsvereinigung Stahl, Düsseldorf

Stahlindustrie ist besorgt über Güterverkehrsstreik

„200 000 t Rohstoffe und Stahl werden täglich über die Bahn transportiert“, so Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, am Rande des Stahltages gestern in Düsseldorf. Die Stahlindustrie in Deutschland ist sowohl bei der Sicherstellung der Versorgung mit Rohstoffen wie Erz, Kohle und Schrott als auch beim Versand von Fertigprodukten wie z.B. Coils, Blechen, Drahtbunden oder Brammen in hohem Maße auf den Schienenverkehr angewiesen. Über 50 % der Transportmengen werden über die Schiene befördert. DB Schenker Rail sei für die Stahlunternehmen der mit Abstand wichtigste Transportdienstleister auf der Schiene.


Die Stahlindustrie ist der größte Güterverkehrskunde der Deutschen Bahn. Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, hat Zweifel, ob die GDL „genügend Verantwortungsbewusstsein“ besitze. Sie nehme es bewusst in Kauf, eine Branche wie die Stahlindustrie an den Rand des Stillstandes zu bringen. „Wenn eine Schlichtung abgelehnt wird, dann habe ich den Eindruck, es wird keine Lösung gesucht, sondern der Konflikt geschürt“, sagte Ingo Kramer in seiner Rede auf der Eröffnungssitzung des Stahltages.


„Ein 5-Tage-Streik im Schienengüterverkehr ist von den Stahlunternehmen nicht aufzufangen. Die Deutsche Bahn befördert für die Stahlindustrie in Deutschland ca. 65 Mio. t im Jahr“, sagte Hans-Joachim Welsch, Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Ein kurzfristiges Ausweichen auf andere Verkehrsträger sei nur sehr eingeschränkt möglich. „Daher geben mögliche Streiks auf der Schiene Anlass zu größter Sorge. Es entstehen erheblicher wirtschaftlicher Schaden und Zusatzkosten in zweistelliger Millionenhöhe“, so Hans-Joachim Welsch.


Wirtschaftsvereinigung Stahl, Düsseldorf