09.12.2013

EUROFORUM Deutschland SE, Düsseldorf

Stahlbranche ist vorsichtig optimistisch

Der Stahlverband geht angesichts der sich aufhellenden Wirtschaftslage von einem leichten Aufschwung für die Stahlindustrie aus, denn Kundenbranchen wie der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Stahl- und Metallverarbeiter erwarten für 2014 einen Produktionsanstieg von rd. 3 %. Auch in der Automobilindustrie und im Bauhauptgewerbe deuten aktuelle Prognosen auf ein Wachstum hin. Der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, sagte auf der Pressekonferenz anlässlich der Jahrestagung Stahl 2013 in Düsseldorf: „Wir sind vorsichtig optimistisch, dass sich dieser Aufwärtstrend festigt und sich die Stahlkonjunktur im kommenden Jahr moderat erholen wird.“


Kerkhoff erwartet bei einer positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dass die Stahlnachfrage in Deutschland 2014 um rd. 4 % auf 39,3 Mio. t Walzstahl zulegen werde. Bei Rohstahl geht er von einem Zuwachs von 2 % auf 43 Mio. t aus. „Als Folge der verbesserten Nachfragebedingungen, aber auch aufgrund der vorgenommenen Restrukturierungsmaßnahmen am Standort Deutschland wird sich 2014 voraussichtlich auch die Kapazitätsauslastung von derzeit zwischen 82 und 83 % auf 86 % verbessern“, so Kerkhoff weiter. Risiken für die Stahlkonjunktur sieht der Verbandschef allerdings durch die Volatilität auf den Rohstoffmärkten.


Auf der 18. Handelsblatt-Jahrestagung Stahlmarkt 2014, die am 11. und 12. Februar 2014 in Düsseldorf stattfindet, wird der Stahl-Präsident über die konjunkturelle Lage auf den Stahlmärkten sprechen und die zentralen strukturellen Herausforderungen benennen. Internationale Beiträge über Brasilien, Asien und die Türkei zeigen, wie sich die Stahlindustrie weltweit entwickeln wird. Vor allem der Stahlboom in Asien ist beachtlich: „Asiatische Walzanlagen haben im letzten Jahr 75 % des weltweit gewonnen Eisenerzes verbraucht“, stellt Peter Fish, Managing Director bei MEPS, fest. Fish wird in seinem Vortrag auf die Auswirkungen des asiatischen Stahlhungers auf die globale Stahlindustrie eingehen.


Über die Lasten der Energiewende für die Stahlindustrie wird kontrovers diskutiert: „Die Energiewende und der damit verbundene Infrastrukturausbau ist ein zentraler Zukunftsmarkt der Stahlbranche, die Branche sollte sich daher für eine erfolgreiche Energiewende engagieren“, erklärt Reinhard Bütikofer, Ko-Vorsitzender der Europäischen Grüne Partei, während Herbert Reul, Chef der CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament, meint: „Stoppt den Öko-Wahnsinn!“. Und Vorstandschef des Mannheimer Energieversorgers MVV, Georg Müller, sagt: „Wir müssen und können den Umbau unserer Energieversorgung so gestalten, dass wir damit den Industriestandort Deutschland stärken.“ Auf der Stahl-Tagung diskutieren Bütikofer, Reul, Müller sowie Volker Schwich vom Verband der industriellen Energie- und Kraftwirtschaft VIK sowie Dena-Chef Stephan Kohler über die Auswirkungen der Energiewende auf die deutsche Stahlindustrie.


Die Handelsblatt Jahrestagung „Stahlmarkt“ hat sich in den letzten Jahren als Frühjahrs-Treffpunkt der deutschen und internationalen Stahlwirtschaft etabliert. Teilnehmer und Referenten bewerten sie als eine der besten Veranstaltungen im Stahlbereich. Positiv wird seit Jahren auch die 360°-Perspektive von Rohstoff über Produktion und Finanzierung bis zum Kunden bewertet. Das vollständige Programm gibt es im Internet unter: www.handelsblatt-stahlmarkt.de.


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