14.02.2014

Siemens Metals Technologies, Linz

Siemens modernisiert Stabwalzwerk von Çemta in der Türkei

Der türkische Stahlproduzent Çelik Makina Sanayi ve Ticaret A.. (Çemta) hat Siemens Metals Technologies den Auftrag erteilt, das Stabwalzwerk des Unternehmens in Bursa zu modernisieren. Das Walzwerk erhält ein neues verschiebbares reversierendes Vorgerüst und eine neue Zwischenstraße. Außerdem wird die bestehende Fertigstraße auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Mithilfe der neuen Ausrüstungen kann Çemta die Produktqualität weiter verbessern, besonders hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften, der metallurgischen Struktur und der Oberflächenbeschaffenheit der gewalzten Stäbe.


Die Anlage erhält neue Automatisierungstechnik inklusive Prozessmodelle und Mechatronikpakete. Damit wird das Stabwalzwerk über eine durchgängige Automatisierungslösung verfügen. Dies erhöht die Flexibilität und reduziert wartungsbedingte Stillstände. Das modernisierte Walzwerk soll Anfang 2015 in Betrieb genommen werden.


Çemta ist der zweitgrößte Produzent legierter Stabstähle in der Türkei und Lieferant für die europäische Automobilindustrie. Rund 70 % der Erzeugnisse werden exportiert. Das Unternehmen verfügt am Standort Bursa über eigene Stahlerzeugungs- und Walzkapazitäten. Produziert werden Bau-, Einsatz-, Vergütungs- und Federstähle sowie mikrolegierte Güten, Edelstahl, Automaten- und Borstähle. Nach Abschluss der Modernisierung wird das Walzwerk Stäbe mit Durchmessern zwischen 15 und 80 mm produzieren und kann bei Bedarf für Durchmesser von bis zu 120 mm umgerüstet werden. Die Erzeugung von Flachstäben mit Dicken zwischen 5,5 und 62 mm und Breiten von 46 bis 140 mm ist ebenfalls möglich.


Für das Stabwalzwerk liefert Siemens ein reversierendes Vorgerüst, auf dem Knüppel mit Durchmessern von bis zu 200 mm verarbeitet werden. Dies erlaubt einen höheren Umformgrad und damit bessere mechanische Eigenschaften und eine optimierte metallurgische Struktur. Während der Reversiersequenz wird das Gerüst zwischen zwei Stichen hydraulisch quer zur Walzachse verschoben. Auf diese Weise steht für den jeweiligen Walzstich bei festliegender Walzachse immer das richtige Kaliber zur Verfügung. Die Verschiebung erfolgt vollautomatisch. Das Walzgut wird dabei von Stabführungseinrichtungen und speziellen Manipulatoren an der Eintritts- und der Austrittsseite des Gerüsts gedreht. Die Einstellung des Walzspalts erfolgt elektrisch.


Die ebenfalls von Siemens gelieferte kontinuierliche Zwischenstraße besteht aus sechs Red-Ring-Walzgerüsten in HV-Anordnung. Zum Schopfen der gewalzten Stäbe dient eine Kurbelschere, deren Schneide parallel zum Stab mitgeführt wird, um einen sauberen Schnitt zu gewährleisten. Die Anlage ist so konzipiert, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine Inline-Kühlung installiert werden kann. Damit hat Çemta die Möglichkeit, im Walzprozess die Korngrößen präzise zu steuern. Im Rahmen des Projekts modernisiert Siemens auch die bestehende Fertigstraße mit neuer Automatisierungs- und Prozesstechnik.


Zum Lieferumfang von Siemens gehören die Basisautomatisierung, die Prozessautomatisierung auf der Basis des Siroll-Konzepts, spezielle Mechatronikpakete sowie die komplette elektrische Ausrüstung. Außerdem übernimmt Siemens die Errichtungs- und Inbetriebnahme-überwachung sowie die Kundenschulung.


Siemens Metals Technologies, Linz