17.04.2014

Schuler AG, Göppingen

Servopressen: Eine Erfolgsgeschichte

Die Servotechnik hat die Pressenwelt seit ihrer Einführung vor wenigen Jahren nachhaltig beeinflusst: Herkömmliche mechanischen Anlagen mit Schwungradantrieb sind heute kaum noch gefragt. Welche Erfahrungen mit Servopressen seit ihrer Einführung gemacht wurden, darum drehte sich ein Kolloquium der Europäischen Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung (EFB) Anfang April in Fellbach. Unter dem Titel „Fabrik der Zukunft“ tauschten sich die Teilnehmer über den Stand der Technik und neue Entwicklungen aus.


Über den weltweiten Einsatz von Servopressen bei der ElringKlinger berichteten Jürgen Weingärtner, Leiter Technischer Service bei ElringKlinger, und Uwe Rosenauer vom Bereich Schneid- und Umformsysteme bei Schuler. ElringKlinger entschied sich bereits 2008 für die ServoDirekt-Technologie von Schuler und hat mittlerweile in allen großen Produktionsstätten in Europa, China und den USA Servopressen installiert: „Unserem Kunden war es sehr schnell klar, dass diese einen deutlichen Vorteil in der Produktivität, aber auch in der Standzeit der Werkzeuge bringen“, so Rosenauer. „Vor allem durch den Pendelbetrieb ist eine signifikante Zeitersparnis pro Stanzvorgang zu erreichen.“


So konnte ElringKlinger beispielsweise mit einer Servopresse in derselben Zeit 50 Prozent mehr Zylinderkopfdichtungen herstellen als auf einer herkömmlichen Anlage. Durch die Verringerung der Hubhöhe von 120 auf 85 mm im Pendelbetrieb stieg die Ausbringung von 40 auf 60 Teilen pro Minute. Zusätzlich realisierte der Kunde eine deutliche Erhöhung der Werkzeugstandzeit.


Der Servoantrieb verringert die Geschwindigkeit des Stößels, bevor der Niederhalter aufsetzt, wodurch der Aufprall und damit das Rückfedern des Bleches minimiert werden. Eine weiter reduzierte Geschwindigkeit des Stößels beim Schneidvorgang senkt zusätzlich den Verschleiß an den Schnittkanten. Am unteren Umkehrpunkt kann der Stößel sogar kurz angehalten werden, um sicherzustellen, dass der Stempel den Schneidabfall nicht wieder nach oben zieht. Danach beschleunigt ihn der Servoantrieb wieder.


Aber auch die Automationskomponenten müssen mit einer schnelleren Presse mithalten. Aus diesem Grund entwickelte Schuler speziell für die Servotechnik den Walzenvorschub PowerFeed mit einer Beschleunigung von bis zu 45 m/s². Das gesamte System muss ideal aufeinander abgestimmt sein.


Schuler AG, Göppingen