21.10.2014

ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg

Schwelgern 2 erschmilzt wieder Roheisen

Das Feuer brennt, der Hochofen 2 in Duisburg-Schwelgern läuft wieder. Gut drei Monate war hier die Produktion ausgesetzt worden, um erforderliche Modernisierungsarbeiten durchzuführen. Dieser Tage wurde das Hochofengefäß mit Holz und Koks gefüllt und durch heiße Luft entfacht, das sogenannte Anblasen. Anschließend wurde die Roheisen-Erzeugung im größten Hochofen Europas schrittweise hochgefahren. Neben diesem Aggregat war auch die Stranggießanlage 1 in Beeckerwerth modernisiert worden. Die Ertüchtigung der SGA 1, einer von drei Stranggießanlagen im Duisburger Norden, fand parallel zu den Maßnahmen am „Schwelgern 2“ statt, um die Beeinträchtigungen in der Fertigungskette so gering wie möglich zu halten. Zwischenzeitlich ist auch diese Anlage wieder in Betrieb gegangen.


Bis zur Produktionsunterbrechung im Juni hatte „Schwelgern 2“ seit seinem Start vor 21 Jahren insgesamt etwa 78 Mio. t Roheisen erschmolzen. Damit zählt er zu den Top zehn der größten Hochöfen weltweit. Bei dem umfassenden Modernisierungsprozess wurde unter anderem die etwa 2 m dicke, feuerfeste Ausmauerung des Hochofengefäßes erneuert. Allein dafür wurden mehr als 7 000 t Feuerfestmaterial benötigt. Zusätzlich wurde die Kühlung des Ofengeräts auf den neuesten Stand gebracht, die Gießhalle renoviert und Winderhitzer, Gasreinigung, Schlackengranulation sowie die Entspannungsturbine wurden repariert.


Die Neuzustellung, so der Fachjargon, war eine logistische Meisterleitung: Zeitweise arbeiteten parallel 1 000 Beschäftigte, sowohl eigene Mitarbeiter als auch Fachleute von Partnerfirmen, auf der Baustelle. Die Ertüchtigung der Anlage war mit einer Investitionssumme von insgesamt rd. 200 Mio. € verbunden. Nun hat sich der Hochofen 2 auf seine zweite Ofenreise, die Produktionszeit zwischen zwei Modernisierungsphasen, gemacht und erschmilzt bei Temperaturen von mehr als 2 000 °C Tag für Tag rd. 12 000 t Roheisen. In rd. 20 Jahren steht dann wiederum eine Neuzustellung an.


„Mit dem Wiederanblasen des Hochofens Schwelgern 2 sendet  ThyssenKrupp gute Nachrichten ins Land, setzt ein positives Signal für Nordrhein-Westfalen. Denn die umfangreichen Investitionen, die  zur Modernisierung des Hochofens und weiterer Produktionsanlagen wie der Stranggießanlage erforderlich waren, zeigen: Das Unternehmens bekennt sich zum Industriestandort NRW und zu Duisburg, dem größten Stahlstandort Europas“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin anlässlich der Wiederinbetriebnahme des Hochofens.


ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg