23.01.2015

Rehm GmbH u. Co. KG Schweißtechnik, Uhingen

Schweißprozess erzeugt über 50 % weniger Schweißrauch

Beim Lichtbogenschweißen entstehen zwangsläufig Schweißrauche, die die Gesundheit der Mitarbeiter belasten. Der Arbeitgeber hat die Pflicht, den neuesten Stand der Schweißtechnik einzusetzen, um diese Schadstoffemissionen auf ein Minimum zu reduzieren. Der Schweißgerätespezialist Rehm hat jetzt den neuen Impulsschweißprozess Focus.PulS entwickelt, der über 50 % weniger Schweißrauch im Vergleich zu einem konventionellen Sprühlichtbogen produziert. Diese Werte wurden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Schweißtechnik und Fügetechnik, RWTH Aachen ermittelt.


Beim Schweißen sowie bei verwandten Verfahren (thermisches Schneiden, thermisches Spritzen und Löten) werden sogenannte Schweißrauche freigesetzt. In höherer Konzentration sind diese feinen Partikel schädlich für die Gesundheit der Mitarbeiter. Nach Arbeitsschutzgesetz ist der Arbeitgeber verpflichtet, alle Gefahren, die bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeit auftreten, vor Arbeitsaufnahme zu ermitteln, zu bewerten und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung oder Reduzierung der Gefährdung zu treffen. Die Reihenfolge der Schutzmaßnahmen ist dabei genau vorgegeben: In erster Linie müssen Arbeitgeber Schweißverfahren anwenden und Zusatzwerkstoffe einsetzen, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Erst danach folgen lüftungstechnische, organisatorische und hygienische Maßnahmen sowie persönliche Schutzmaßnahmen (wie das Tragen von Atemschutz).


Das Einhalten der Schutzmaßnahmen obliegt dem Arbeitsgeber, er kann aber auch Aufsichtspersonen wie Meister oder Produktionsleiter schriftlich mit dieser Aufgabe betrauen. Die jeweilige Belastung muss durch Messung der Gefahrstoffkonzentration in der Luft am Arbeitsplatz ermittelt werden. Dann müssen die gemessenen Expositionsdaten – soweit möglich – mit Arbeitsplatzgrenzwerten verglichen werden.


Rehm-Entwickler haben zusammen mit der Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft Fügetechnik GmbH, Aachen, die Schweißrauch-Emissionsraten verschiedener Schweißstromquellen und Verfahren untersucht und miteinander verglichen. Für die experimentelle Analyse wurden jeweils vergleichbare Parameterkombinationen gewählt, mehrere Schweißnähte geschweißt und der dabei entstehende Rauch mit einer nach DIN EN ISO 15011 konformen Absaughaube auf Glasfaserfiltern gesammelt. Die Auflagemassen wurden durch Auswiegen und Differenzbildung bestimmt und auf die Schweißzeit normiert, sodass sich eine untereinander vergleichbare Emissionsrate mit der Einheit mg/s ergab. Dabei hat der experimentelle Vergleich gezeigt, dass es deutliche Unterschiede in den verschiedenen Lichtbogenarten hinsichtlich der Schweißrauchemissionen gibt. Beim Sprühlichtbogen kann durch einen kurz eingestellten Lichtbogen die Emissionsrate reduziert werden. Hingegen kann es beim Pulslichtbogen zu einer deutlich größeren Streuung der Emissionsraten kommen. Wird der Pulslichtbogen lang eingestellt, entspricht die Emissionsrate in etwa der des Sprühlichtbogens. Durch einen kurz eingestellten Pulslichtbogen kann die Emissionsrate deutlich reduziert werden. Im Fall des Rehm-Geräts Mega.Puls Focus traten bei der Untersuchung 2,9 mg/s Schweißrauchemissionen auf. Die Impuls-Wettbewerbsanlage 1 erzeugte bei gleichen Bedingungen 3,8 mg/s und damit 31 % mehr Emissionen. Ebenso Impuls-Wettbewerbsanlage 2, die 3,6 mg/s Schweißrauch emittierte. Bei einem optimal eingestellten Pulslichtbogen kann die Emissionsrate von Schweißrauch sogar um über 50 % gegenüber einem konventionellen Sprühlichtbogen reduziert werden.


Rehm GmbH u. Co. KG Schweißtechnik, Uhingen