31.10.2013

Schuler AG, Göppingen

Schuler passt Strukturen an globale Herausforderungen an

Der Schuler-Konzern strafft seine Unternehmensstrukturen in Deutschland und treibt seine Internationalisierung weiter voran. „Wir folgen unseren Kunden in ihre ausländischen Märkte und schaffen so nach zwei Rekordjahren die Voraussetzungen, auch künftig als deutsches Unternehmen in der Umformtechnik weltweit führend zu bleiben“, erklärte Vorstandsvorsitzender Stefan Klebert am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung der Schuler AG in Göppingen. Schuler will seinen Erfolg in großen Wachstumsmärkten wie China stärker mit eigener Produktion, Einkauf und Entwicklung absichern. Das Unternehmen hat deshalb vor einigen Monaten seine Kapazitäten im chinesischen Werk Dalian maßgeblich erweitert.


Mit rd. 75 % der im Konzern Beschäftigten bleibt Deutschland auch zukünftig mit Abstand wichtigster Standort von Schuler. Allerdings wird das Unternehmen in Deutschland seine Produktion straffen, die Fertigungstiefe verringern und die Flexibilität erhöhen. In Göppingen soll die traditionsreiche, aber seit Jahren unrentable Gießerei geschlossen werden, nachdem kein potenzieller Käufer ihren Fortbestand garantieren wollte. In Weingarten konzentriert Schuler die Fertigung auf Kernkomponenten sowie vor allem auf das wachstumsstarke Service-Geschäft. Einsparungen plant der Vorstand ferner an anderen deutschen Standorten, so im badischen Waghäusel und in Erfurt. Im Gegenzug wird der Standort in Thüringen alleinige deutsche Fertigungsstätte für Großpressen. Göppingen wird das Zentrum für Pressen mit Inhouse-Inbetriebnahmen. Synergien will Schuler zudem durch die Zentralisierung von Verwaltungsaufgaben an den Standorten Göppingen, Weingarten und Erfurt realisieren.


Grünes Licht gab der Aufsichtsrat für den Bau eines neuen Engineering- und Technologiecenters. Der Neubau mit rd. 750 modernen Arbeitsplätzen soll in Göppingen bis 2016 für rd. 40 Mio. € entstehen. „Dies ist ein deutliches Zeichen, dass Deutschland unsere Heimatbasis bleiben wird“, bekräftigte Klebert.


Die geplanten Veränderungen werden deutschlandweit zu konzerninternen Verlagerungen führen und mittelfristig 350 Arbeitsplätze betreffen, knapp 100 davon in der Gießerei. Bei der Umstrukturierung will Schuler betriebsbedingte Kündigungen soweit wie möglich vermeiden. Das Unternehmen veranschlagt Aufwendungen von ca. 50 Mio. € für den Konzernumbau, davon im laufenden Rumpfgeschäftsjahr 2013 (Oktober bis Dezember 2013) rd. 35 Mio. €. In den folgenden Geschäftsjahren erwartet der Vorstand eine Kostenreduktion von 15 bis 20 Mio. € jährlich.


„Schuler hatte in den letzten Jahren eine ausgesprochen positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Vorstand und Belegschaft wissen aber, dass wir unsere Strukturen anpassen müssen, um langfristig weiter erfolgreich zu bleiben. Und solche Veränderungen packt man am besten in guten Zeiten an“, sagte Vorstandsvorsitzender Klebert abschließend.


Schuler AG, Göppingen