18/02/2014

Scholz AG, Essingen

Scholz-Konzern gibt vorläufige Kennzahlen bekannt

Die Umsatz- und Ertragslage des Scholz-Konzerns im Jahr 2013 war durch ein sehr schwieriges Umfeld im europäischen Schrott- und Stahlmarkt sowie durch die eingeleitete, tiefgreifende Restrukturierung und Neuausrichtung des Unternehmens geprägt. Der internationale Recyclingkonzern hat im vorläufigen und nicht geprüften Jahresabschluss zum 31. Dezember 2013 alle erkennbaren bilanziellen Wertkorrekturen aus der Restrukturierung und aus Verlustrisiken vorgenommen.


Erfolgskennzahlen des Konzerns 2013 nach HGB (vorläufig):  Die Tonnage belief sich 2013 auf 8,63 Mio. t. Das ist ein Rückgang um 14,4% gegenüber dem Vorjahreswert von 10,08 Mio. t. Die rückläufige Tonnage ist sowohl markt- und konjunkturbedingt als auch Folge der Restrukturierung. Der Konzernumsatz erreichte 3,75 Mrd. € und lag damit 19,5% unter dem Vorjahreswert (4,65 Mrd. €). Dabei wirkte sich neben der geringeren Tonnage die rückläufige Preisentwicklung im europäischen Stahl- und Schrottmarkt aus. Die Rohertragsmarge konnte aufgrund einer Konzentration auf margenstärkere Geschäfte trotz des Mengen- und Margendrucks von 15,1% auf 15,5% der Gesamtleistung verbessert werden, was auch die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen bestätigt.


Scholz weist ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 124,9 Mio. € aus (2012: 180,1 Mio. €). Die Ebitda-Marge bewegte sich mit 3,3% vom Umsatz zwar unter Vorjahresniveau (3,9%), jedoch im oberen Bereich der Gesamtbranche in Europa.


Scholz weist ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 51,9 Mio. € aus, nach 102,3 Mio. € im Vorjahr. Das außerordentliche Ergebnis beläuft sich auf rd. -285 Mio. €. Nach Steuern ergibt sich aufgrund des hohen außerordentlichen Aufwands ein vorläufiges Konzernergebnis von -314,0 Mio. € (2012: 0,4 Mio. €).


Die Bilanzsumme belief sich zum Jahresende 2013 auf 1,51 Mrd. €, ein Rückgang um rd. 392 Mio. € (31. Dezember 2012: 1,91 Mrd. €). Dieser ist außer auf das rückläufige Geschäftsvolumen auch auf im Berichtsjahr bereits realisierte Unternehmensverkäufe und durchgeführte Abschreibungen zurückzuführen. Das Eigenkapital der Scholz Gruppe sank als Folge der negativen Ergebnisentwicklung auf ca. -13 Mio. € per 31. Dezember 2013 (31. Dezember 2012: 300,4 Mio. €). Erhebliche, stille Reserven im bestehenden Beteiligungsportfolio und Anlagevermögen der Scholz-Gruppe, die nach deutschen Rechnungslegungsstandards (HGB) nicht ausgewiesen werden können, relativieren den aktuellen buchtechnischen Eigenkapitalausweis. Die Planung sieht unverändert vor, die Eigenkapitalbasis durch den erfolgreichen Abschluss der laufenden Verhandlungen mit potenziellen Investoren für die Scholz AG deutlich zu stärken und wieder auf eine solide Grundlage zu stellen.


Die Finanzverbindlichkeiten (Bankkredite, Anleihe und Schuldscheindarlehen) lagen Ende 2013 bei rd. 1,10 Mrd. € (31. Dezember 2012: 1,05 Mrd. €). Es ist unverändert vorgesehen, die Finanzverschuldung durch die geplante Trennung von Nicht-Kerngeschäftsfeldern bis 2015 auf ca. 700 Mio. € zu verringern.


Oliver Scholz, CEO der Scholz AG: „Das Jahr 2013 war sicherlich das schwerste in unserer Firmengeschichte. Die umfassenden Wertberichtigungen ermöglichen, dass sich die Scholz AG mit einem neuen Investor künftig unbelastet entwickeln kann. In operativer Hinsicht ist die Scholz Gruppe positiv ins neue Jahr gestartet und zeigte nach derzeitigem Kenntnisstand eine Belebung des Geschäfts im Januar 2014. Ungeachtet dessen wird das Jahr 2014 für Scholz, vor allem für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, noch einmal einen großen Kraftakt darstellen. Entscheidend ist aber, dass nun eine gute Basis gelegt ist, um die Restrukturierung zusammen mit unseren Geschäfts- und Finanzierungspartnern zum Erfolg zu führen.“


Scholz AG, Essingen