13.12.2013

RWI, Essen

RWI: Aufschwung verläuft schwächer als erwartet

Das RWI erwartet für 2013 weiterhin ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,4%. Für das nächste Jahr geht es von einem Zuwachs von 1,5% aus, nachdem es in seiner Prognose im September noch mit 1,9% gerechnet hatte. Dies liegt vor allem daran, dass die aktuellen realwirtschaftlichen Indikatoren auf ein verlangsamtes Tempo des Aufschwungs gegen Ende dieses Jahres hinweisen. Zudem deutet einiges darauf hin, dass das Wachstum der weltwirtschaftlichen Produktion sich in geringerem Maße als früher in internationalen Handel übersetzt, was die deutschen Exporte belastet.


Die Wirtschaftspolitik dürfte 2014 begrenzt stimulierend wirken, insbesondere weil Verbesserungen bei der Rente angekündigt wurden. Der Staatshaushalt wird voraussichtlich dennoch einen Überschuss von 8 Mrd. € aufweisen, da konjunkturbedingt die Einnahmen rascher steigen. Zudem dürfte die Beschäftigung weiter steigen und die Inflation moderat bleiben.


Nach einem Sommerhalbjahr, in dem die gesamtwirtschaftliche Produktion in Deutschland deutlich ausgeweitet wurde, sind die ersten realwirtschaftlichen Indikatoren für das vierte Quartal enttäuschend. Gleichwohl ist für den Jahresdurchschnitt 2013 weiterhin mit einer Zunahme des realen BIP um 0,4% zu rechnen. Jedoch geht die Wirtschaft mit weniger Schwung ins neue Jahr, was den Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion in 2014 dämpft.


Zwar erwartet das RWI für den Prognosezeitraum eine weiterhin aufwärtsgerichtete Konjunktur. Das BIP dürfte allerdings im Jahr 2014 lediglich um 1,5% expandieren und damit etwas schwächer als im September prognostiziert. Maßgeblich für diese weniger optimistische Sicht ist, dass sich allem Anschein nach die weltwirtschaftliche Expansion derzeit in geringerem Maße als früher in einer Zunahme der Importnachfrage niederschlägt. Dies führt dazu, dass die deutschen Exporte voraussichtlich schwächer zunehmen werden als bislang angenommen, weshalb die Außenwirtschaft im kommenden Jahr einen leicht negativen Beitrag zur Expansion des BIP leisten dürfte.


Eine schwächere Exportkonjunktur schlägt sich aller Erfahrung nach auch darin nieder, dass die Unternehmen vorsichtiger bei ihren Investitionen sein dürften. Daher erwartet das RWI eine nur geringe Zunahme der Ausrüstungsinvestitionen. Gleichwohl wird die deutsche Konjunktur weiterhin von der Binnennachfrage getragen, insbesondere von den privaten Konsumausgaben und dem Wohnungsbau. Dazu trägt das weiterhin robuste Beschäftigungswachstum bei steigenden Reallöhnen bei.


Ansonsten dürften sich die direkten konjunkturellen Auswirkungen des Koalitionsvertrags im Jahr 2014 in Grenzen halten. Zwar haben sich die Regierungsparteien als prioritäre Maßnahmen u.a. auf zusätzliche Ausgaben für Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen sowie Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur verständigt. Jedoch dürften diese langsam anlaufen.


Unter den geschilderten gesamtwirtschaftlichen und finanzpolitischen Rahmenbedingungen dürfte sich der Budgetüberschuss in diesem und im kommenden Jahr auf 8 Mrd. € (0,3% in Relation zum BIP) belaufen. Dabei gleichen die Haushaltsentlastungen aus der anziehenden Konjunktur die im Koalitionsvertrag vereinbarten Mehrausgaben aus. Die finanzpolitischen Impulse dürften sich im kommenden Jahr auf reichlich 11 Mrd. € bzw. 0,4% des BIP belaufen.


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