27/03/2015

RWI, Essen

Privater Konsum wächst langsamer

Der auf Internetdaten basierende RWI-Konsumindikator ist im vierten Quartal 2014 von 63,7 auf 54,8 und auf 54,1 im ersten Quartal dieses Jahres gesunken. Da er einen Vorlauf von einem Quartal auf den realen privaten Konsum hat, dürfte dieser in Deutschland in den ersten zwei Quartalen in etwas moderaterem Tempo ausgeweitet werden als noch in der zweiten Jahreshälfte 2014. Das dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass der niedrige Ölpreis den privaten Konsum zum Ende des vergangenen Jahres regelrecht befeuerte. Der Preis ist zwar zu Beginn dieses Jahres noch weiter gefallen, aber nicht mehr im gleichen Ausmaß. Seine stimulierende Wirkung dürfte daher inzwischen etwas nachgelassen haben.


Angesichts der insgesamt günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürfte die Abschwächung des privaten Konsums jedoch nicht sehr ausgeprägt sein. Vielmehr lassen die aktuellen Konjunkturdaten erwarten, dass die privaten Konsumausgaben aufgrund der günstigen Einkommenssituation und der sich weiter verbessernden Lage am Arbeitsmarkt weiter deutlich steigen werden. So haben die realen, saisonbereinigten Einzelhandelsumsätze im Januar um 2,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat und damit im vierten Monat in Folge zugenommen, die Zahl der Kfz-Neuzulassungen stieg ebenfalls. Auch die Verbraucherumfrage im Auftrag der EU weist auf eine große Bereitschaft der Konsumenten hin, größere Anschaffungen zu tätigen.


RWI, Essen