04/02/2014

Siemens Metals Technologies, Linz

Pangang ordert kontinuierliche Verzinkungslinie bei Siemens

Die chinesische Pangang Group hat Siemens Metals Technologies damit beauftragt, für das Werk am Standort Chongqing eine neue kontinuierliche Verzinkungslinie zu liefern. Die Linie wird pro Jahr 450 000 t hochfestes Kaltband für Anwendungen in der Automobilindustrie verarbeiten. Erstmals in einem chinesischen Werk können Bänder auf einer Linie wahlweise feuerverzinkt, galvanisch verzinkt oder aluminiert werden. Das Projekt soll Mitte 2015 abgeschlossen werden. Für die kontinuierliche Verzinkungsanlage von Pangang in Chongqing projektiert und liefert Siemens die komplette mechanische und elektrische Ausrüstung sowie die Automatisierungstechnik.


Die Verzinkungslinie beschichtet Tiefziehstähle, heiß geformte und hochfeste Stähle sowie Zweiphasenstähle mit Banddicken zwischen 0,5 und 3,0 mm und Breiten von 800 bis zu 1 600 mm. Das maximale Bundgewicht beträgt 34 t. Die erreichbaren Beschichtungsdicken beider Seiten liegen in Summe zwischen 50 und 350 g/m2.


Der Lieferumfang von Siemens beginnt mit der Bundzuführung und der Eintrittssektion mit Doppelabhaspel, gefolgt von einer Laserschweißanlage vom Siemens-Typ LW21 mit Bandzentrierung. Schweiß- und Schneidevorgänge erfolgen mit Lasertechnologie. Der Laserstrahl wird per Glasfaser übertragen, ein Spiegel ist nicht erforderlich. Auch auf mechanische Scheren kann verzichtet werden. Diesvermeidet den Verschleiß von Schneidewerkezeugen. Dort wird ein kontinuierliches Band erzeugt, das zunächst in einem 16-fach-Bandspeicher mit einer Kapazität von 430 m gelangt. Anschließend wird das Band elektrolytisch gereinigt und in einem ART(All-Radiant Tubes)-Ofen erwärmt. Die Feuerverzinkung findet in zwei Zinkbädern statt, einem gemeinsamen für die GI- und GA-Beschichtungen und einem separaten für die Aluminierung. Die galvanische Verzinkung erfolgt in einem oberhalb des Air-Wiping-Systems installierten Induktionsofen. Anschließend wird das beschichtete Band in einer Kühlstrecke vergütet. Es folgt ein Zwischenspeicher mit einer Kapazität von 280 m, danach wird das Band einem Siroll-4Hi-Dressiergerüst mit einer Walzkraft von 1 200 t und einem 25-t-Streckrichter zugeführt. Als letzte Stufe der Nachbehandlung sorgt der Siroll Roll Coater für einen zusätzlichen Schutz der beschichteten Oberfläche vor Korrosion oder auch Fingerabdrücken.


Bevor das Band besäumt und dessen Breite vermessen wird, durchläuft es einen 400-m-Austrittsspeicher. Es folgt eine Inspektionsstation, in der das Band auf die erforderliche Oberflächenqualität geprüft wird. Die Austrittssektion besteht aus einem elektrostatischen Beöler, einer rotierenden Schere und einem Haspel sowie Maschinen zur Bundhandhabung, Umreifung und Wägung.


Das Projekt wird von einem Siemens-geführten Konsortium gemeinsam mit Andritz Selas und Andritz China abgewickelt. Siemens China ist für die elektrische Ausrüstung und die Automatisierungstechnik sowie lokale mechanische Engineering-Anteile verantwortlich.


Siemens Metals Technologies, Linz