23.10.2014

Oerlikon Leybold Vacuum GmbH, Köln

Oerlikon Leybold Vacuum liefert Vakuumsystem in Rekordgröße

Das moderne, modulare Pumpenkonzept von Oerlikon Leybold für die Vakuumtechnologie bei Stahlentgasungsanlagen bewährt sich. Siemens Metals Technologies bestellte nun ein weiteres mechanisches Vakuumsystem, das bei einem Endkunden in Mexico eingesetzt werden wird. Dieses Vakuumsystem wird mit einem effektiven Saugvermögen von fast 600 000 m³/h das größte, das von Leybold in seiner 164-jährigen Geschichte bislang gebaut wurde. Der Siemens VAI Kunde Altos Hornos de Mexico, S.A.B. de C.V. (AHMSA) erweitert das Produktspektrum des Konverter Stahlwerks Nr. 2 um Stahlgüten für die Öl- und Gasindustrie. Die Behandlungskapazität der 150-t-Doppel-RH Vakuumentgasungsanlage soll rd. 2 Mio. t Flüssigstahl pro Jahr betragen, das sind rd. 50 Chargen pro Tag.


Mithilfe der neuen Anlagen kann AHMSA Stähle mit sehr niedrigem Wasserstoffgehalt produzieren, wie sie für Anwendungen in der Öl- und Gasindustrie erforderlich sind. Die Inbetriebnahme der neuen RH-Anlage ist für Oktober 2015 geplant. Die erforderliche Vakuumtechnologie wird durch Systeme von Oerlikon Leybold Vacuum abgedeckt. Wesentliche Funktionen von RH-Entgasungsanlagen sind die Entfernung von Wasserstoff, die Zwangsentkohlung und die chemische Aufheizung des Flüssigstahls. Die Behandlung des Flüssigstahls erfolgt unter Vakuumbedingungen, wobei zunächst mittels Einblasens von Sauerstoff der Kohlenstoffgehalt reduziert wird während nach weiterer Absenkung des Druckes anschließend der im Stahl gelöste Wasserstoffgehalt bis zum Zielwert abgesenkt wird. Ein geringer Wasserstoffgehalt ist die wesentliche Voraussetzung für die Erzeugung dieser hochfesten Stahlgüten.


Die steigende Nachfrage nach höherwertigen Stählen verstärkt die Notwendigkeit einer innovativen und effizienten Stahlentgasung. Die traditionell verwendeten Dampfstrahl-Systeme sind mit etlichen Nachteilen, wie einem hohen Energieverbrauch und erheblichem CO2 -Ausstoß, behaftet. Zudem verteuern sich die metallurgischen Prozesse durch eine aufwendige Abwasserbehandlung und eine ggfs. notwendige Dampferzeugung. Hierbei sind moderne, mechanische Vakuumsysteme funktional und wirtschaftlich eine tatsächliche Alternative.


Gerade gegenüber Dampfstrahlern und Flüssigkeitsringvakuumpumpen bieten innovative, mechanische Vakuumpumpen für die Stahlentgasung eine praktikable, zuverlässige und leistungsstarke Vakuumversorgung, die ein stabiles Vakuum unabhängig von äußeren Störgrößen wie z.B. der Wassertemperatur liefert. Dies gilt besonders vor dem Hintergrund der immer höheren Anforderungen an sinkende Betriebskosten und CO2 -Emissionen.


Der Lieferumfang von Oerlikon Leybold Vacuum beinhaltet 10 der standardisierten Stahlentgasungsmodule in einer „8-2-3 Ausführung“. Die 10 Module bieten ein nominales Saugvermögen von 784 000 m³/h. Sie sind damit in der Lage, sämtliche an den verschiedenen Betriebspunkten anfallenden Gasströme zu fördern sowie das Entgasungsgefäß in der geforderten Zeit von <5 min zu evakuieren. Die Module bieten ein hohes Saugvermögen bei einem extrem kleinen Bauraum und bieten so die Möglichkeit, ein solch großes System dennoch platzsparend aufzustellen.


“Zukünftig wird der Fokus nicht nur bei den Fertigungsaspekten industrieller Prozesse liegen, sondern auch in der Handhabung der ständig steigenden Anforderungen an den Umweltschutz. Eine ausgewogene Energiebilanz und eine hohe ‘Intelligenz’ der in den Systemen verbauten Komponenten wird für die weitere Marktentwicklung wegweisend sein.”, erläutert Dr. Martin Fuellenbach, CEO Oerlikon Leybold Vacuum, “Die Möglichkeit, solche Systeme zu steuern, vereinfacht eine Optimierung und die Erhaltung der Produktionsprozesse. Dies ist sicherlich ein Kostenvorteil.”


Oerlikon Leybold Vacuum GmbH, Köln