17.04.2014

TataSteel Europe, London, Großbritannien

Neues Testverfahren optimiert Entwicklung von Getriebestahl

Tata Steel hat mit der Universität Sheffield ein neues Testverfahren zur Beurteilung der Zerspanbarkeit von Getriebestählen entwickelt und stellte dieses auf der wire 2014 in Düsseldorf vor. Der Test vergleicht die chemischen Zusammensetzungen von Getriebestählen und ermittelt das optimale Gleichgewicht zwischen Leistungsfähigkeit und Zerspanbarkeit.


Denn die Balance zwischen Performance und Zerspanbarkeit reduziert Zeit, Kosten und Aufwand. Komplexer werdende Getriebesysteme mit zusätzlichen Gängen auf begrenztem Bauraum erfordern Stähle, die immer höheren Belastungen standhalten. Ziel ist es, mit


leistungsfähigen reinen Stählen noch stabilere Bauteile bei gleichbleibendem Gewicht und Dauerfestigkeit zu entwickeln. Für die reibungslose Fertigung der Teile müssen die Stähle gleichzeitig hervorragend bearbeitbar sein.


Für die Fertigung von Getriebebauteilen ist die gute Zerspanbarkeit des Stahls ein entscheidender Faktor. Durch sie kann die Produktionsrate gesteigert und eine gute Spankontrolle, Oberflächenqualität und Dimensionsstabilität gewährleistet werden. Mithilfe der Spankontrolle wird der Abtransport des überschüssigen Materials beim Fräsen geregelt. Kleine Späne sind hier von Vorteil, da sie die Anlage weniger verschmutzen und somit kostspielige Stillstandzeiten zur Entfernung von Metallspänen reduzieren.


Um das Verhalten von Stählen mit unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung im Spanprozess aussagekräftig vergleichen zu können, arbeitete das Swinden Technology Center von Tata Steel mit der Universität Sheffield zusammen. Gemeinsam konnte ein maßgeschneidertes Testverfahren entwickelt werden, in dem das für die Fertigung von Getriebebauteilen typische Wälzfräsen simuliert wird. Bei diesem Prozess werden die Zähne in den geschmiedeten Getrieberohling gefräst. Der neue Test untersucht die Zerspanung des Stahls bei der Schnittunterbrechung unter vergleichbarer Geschwindigkeit wie beim Wälzfräsen. Durch die Simulation kann der Einfluss der chemischen Elemente auf die Zerspanbarkeit des Stahls ermittelt werden. Hersteller sparen damit bei der Entwicklung des passenden Stahls für ihr Getriebesystem die Kosten für teure Wälzfräs-Getriebewerkzeuge und die Bereitstellung der Wälzfräsanlagen ein.


Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung eignen sich reine Stähle besonders gut für die Entwicklung von Getriebestählen. Diese macht den Werkstoff gut zerspanbar und dauerfest. Tata Steel arbeitete eng mit seinen Partnern aus der Lieferkette zusammen, um für sie das beste Gleichgewicht zwischen beiden Eigenschaften herzustellen. Die Zerspanbarkeit kann durch die kontrollierte Zugabe chemischer Elemente weiter verbessert werden. Allerdings kann dies auch negative Auswirkungen auf die Dauerfestigkeit haben. Die Zugabe von Schwefel verringert beispielsweise die Scher- und Schubspannung, die für den Spanbruch benötigt wird. Andere Substanzen wie Kalzium lassen sich zur Bildung von Schutzschichten auf den Schneidwerkzeugen einsetzen und verringern so die Werkzeugabnutzung. Die Zugabe von Bismut und Tellur verbessert die Oberflächenqualität und die Form der Späne und reduziert dadurch sowohl die benötigte Schneidkraft als auch die Werkzeugabnutzung.


TataSteel Europe, London, Großbritannien