11.03.2016

Technische Universität, Kaiserslautern

Neues Leistungszentrum in Kaiserslautern eröffnet

Ein neues Leistungszentrum mit der Bezeichnung „Simulations- und softwarebasierte Innovation“ dokumentiert seit Januar 2016 wissenschaftliche Stärken, die der Standort Kaiserslautern in den  dort ansässigen drei Fraunhofer-Instituten und an den beiden Hochschulen in den vergangenen beiden Jahrzehnten herausgebildet hat. Das hohe Ansehen der Simulations- und Softwarekompetenzen in der Wirtschaft lässt sich an der Liste der beteiligten Industriepartner ablesen. Dazu zählen u.a. BASF SE, Daimler AG, John Deere GmbH & Co. KG, Liebherr, Procter & Gamble, Robert Bosch GmbH, Schmitz Cargobull AG und Volvo Construction Equipment Germany GmbH.

Auf wissenschaftlicher Seite wird die anwendungsnahe Forschung der drei Fraunhofer-Institute für Experimentelles Software Engineering IESE, für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM und für Physikalische Messtechnik IPM (Abteilung Materialcharakterisierung und -prüfung) durch circa 30 Lehrstühle der Technischen Universität und der Hochschule Kaiserslautern gestärkt. Hinzu kommt die enge Zusammenarbeit u.a. mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, dem Institut für Verbundwerkstoffe und dem Max-Planck-Institut für Softwaresysteme.

 


Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert den beteiligten Partnern zu diesem Meilenstein in der gemeinsamen Fortentwicklung der Forschungsstärken am Standort Kaiserslautern: „In Kaiserslautern ziehen Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Unternehmen an einem Strang, um innovative Lösungen für die großen technologischen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln. Mit dem Leistungszentrum haben die Partner ein neues gemeinsames Zentrum, um in äußerst zukunftsrelevanten Bereichen Außerordentliches in der Forschung zu leisten.“

Ministerin Vera Reiß erinnerte daran, dass die Landesregierung im Rahmen der Forschungsinitiative von 2008 bis 2016 rd. 160 Mio. € für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen bereitgestellt habe. Dass fünf von acht in der Forschungsinitiative des Landes geförderten Forschungsschwerpunkte und -zentren der TU Kaiserslautern sich nun im Leistungszentrum engagierten, sei ein schöner Beleg für die Wirkung des Forschungsförderungsprogramms.

Die Koordination des Leistungszentrums übernimmt der Institutsleiter des Fraunhofer ITWM, Prof. Dr. Dieter Prätzel-Wolters. „Computersimulationen und Softwareprogramme sind zum unverzichtbaren Werkzeug bei der Gestaltung und Optimierung von Produkten und Prozessen geworden. Die bedarfsgerechte Entwicklung von simulationstechnischen Verfahren und Software wird damit zur zentralen Herausforderung für Mathematik und Informationstechnologie der nächsten Dekade, die im Leistungszentrum durch Zusammenarbeit von Hochschulen und Forschungsinstituten mit der Industrie adressiert wird“, so Prätzel-Wolters.

In den ersten beiden Jahren erhält das Leistungszentrum vom Land Rheinland-Pfalz eine Anschubfinanzierung in Höhe von fünf Millionen Euro. Die Industriepartner steuern in dieser Zeit ebenfalls fünf Millionen Euro bei, die Fraunhofer-Institute eine Millionen Euro.

Forschungseinrichtungen, Universität und Hochschule eng vernetzt

Für die TU Kaiserslautern ist Prof. Dr. Arnd Poetzsch-Heffter, Vizepräsident für Forschung und Technologie, zentraler Ansprechpartner. „Die Einrichtung des Leistungszentrums am Standort Kaiserslautern zeigt einmal mehr, wie gut hier Interdisziplinarität und die Vernetzung zwischen Universität, Hochschule und Forschungseinrichtungen gelebt werden. Unsere Kooperationsstärke zahlt sich in aktivem Knowhow-Transfer und Kompetenzaufbau aus, welcher auch von der Industrie sehr geschätzt wird. Wir sind sehr stolz, dass unsere gemeinsamen Bestrebungen so tatkräftig vom Land und den Partnern unterstützt werden. So können wir Kaiserslautern im Bereich Simulation und Software-basierte Innovation zu einem der führenden Wissenschaftsstandorte machen“, ergänzt Poetzsch-Heffter.

Die drei Anwendungsschwerpunkte des Leistungszentrums sind aus bestehenden starken Standortaktivitäten hervorgegangen: Dies sind die Digitale Nutzfahrzeugtechnologie, aufbauend auf dem Fraunhofer-Innovationscluster DNT und der Commercial Vehicle Alliance, MSO-basierte Verfahrenstechnik mit starken Partnern wie der BASF und Procter&Gamble und Smart Eco-Systems in Kooperation mit Bosch, John Deere und dem StoREgio-Netzwerk.

Fraunhofer-Strategie zur Förderung regionaler Leistungszentren

Leistungszentren bündeln die profilgebenden regionalen Schwerpunktthemen und organisieren den Schulterschluss der universitären und außeruniversitären Forschung mit der Wirtschaft; darüber hinaus engagieren sie sich in der Nachwuchsförderung und tragen somit erheblich zu einer nachhaltigen Standortentwicklung bei. Leistungszentren existieren bereits in Freiburg (Nachhaltigkeit), Erlangen (Elektroniksysteme) sowie Chemnitz und Dresden (Funktionsintegration für die Mikro-/Nanoelektronik).



Zum Foto:

Nach der offiziellen Eröffnung: Dr. Matthias Schmidt (P&G), Dr. Christoph Großmann (BASF SE), Prof. Dr. Dieter Prätzel-Wolters (Sprecher des Leistungszentrums), Prof. Dr. Arnd Poetzsch-Heffter (Vizepräsident der TU Kaiserslautern), Prof. Dr. Peter Liggesmeyer (Institutsleiter des Fraunhofer IESE) und Prof. Dr.-Ing. Raimund Neugebauer (Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft), v.l.n.r.


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