22.11.2013

SKF GmbH, Schweinfurt

Neues Geschäftsfeld im Visier

„Wir sind im Werkzeugmaschinensektor gut aufgestellt und bieten dafür ein attraktives Produktportfolio“, konstatiert Wolfgang Biesold. Als Manager Global Machine Tools Industry beim Unternehmen SKF weiß Biesold ganz genau, wovon er spricht: Viele Werkzeugmaschinenhersteller profitieren u. a. von den Lagereinheiten, Dichtungs- und Schmiersystemen seines Arbeitgebers. Mit den neuen Lösungen für Schwenktische kann SKF die Systemkompetenz in Sachen Werkzeugmaschinen nun sogar noch erweitern. In mehrachsigen Werkzeugmaschinen dienen die Schwenktische als unermüdliche Helfer bei der spanenden Bearbeitung. Sie müssen über hohe Genauigkeit, Steifigkeit und Geschwindigkeit verfügen, um das Werkstück sehr schnell und mit höchster Präzision in die geforderte Bearbeitungsposition zu bringen. Üblicherweise sind diese Schwenktische an zwei Seiten aufgehängt. In der Mitte befindet sich zusätzlich ein drehbarer Rundtisch.

 


Wegen des enormen Preisdrucks im Werkzeugmaschinen-Markt – nicht zuletzt bedingt durch die Konkurrenz aus Billiglohnländern – haben sich die Ingenieure eines deutschen Werkzeugmaschinenbauers auf die Suche nach Kostenoptimierungen gemacht. Dabei haben sie alle Komponenten ihrer Anlagen genauestens analysiert; also auch die Baugruppe Schwenktische. In praxisrelevanten Tests stellten die Ingenieure schließlich fest, dass hochgenaue Kegelrollenlager mit einer für die Anwendung angepassten Laufgenauigkeit wesentlich preiswerter sind als die bisher eingesetzten, speziellen Axial-Radial-Zylinderrollenlager. Außerdem würden die angepassten Kegelrollenlager eine deutlich höhere Verfügbarkeit aufweisen als die Speziallager.


Aus dieser Erkenntnis heraus haben die Ingenieure ihre Schwenktischkonstruktion so modifiziert, dass nun auch andere Lagertypen verwendet werden konnten. Damit war der Weg frei für den Einsatz von hochgenauen Kegelrollenlagern aus dem Hause SKF: Verglichen mit den Axial-Radial-Zylinderrollenlagern ermöglichen die Kegelrollenlager – bei gleicher Tragzahl und Steifigkeit – eine wesentlich kompaktere Bauweise der Schwenkachse. Dadurch fährt der Werkzeugmaschinenbauer mit den SKF-Lagern deutlich günstiger als mit dem bislang verwendeten Produkt. Ausführliche Versuche mit unterschiedlichen Werkstoffen und Bearbeitungssituationen haben aber noch weitere Vorzüge zu Tage gefördert: „Aufgrund der geringeren Baugröße und der besseren kinematischen Eigenschaften sind die Kegelrollenlager auch in Bezug auf die dynamischen Fähigkeiten im Vorteil“, erläutert Holger Hempel, Application Engineer für Werkzeugmaschinen bei SKF. Beispielsweise wiesen die Standard-Kegelrollenlager von SKF in den Tests ein besseres thermisches Verhalten auf. „Das bedeutet, dass der Hersteller mit unseren Lagern den Wärmehaushalt seiner Werkzeugmaschine positiv beeinflussen kann“, so Hempel weiter.


SKF GmbH, Schweinfurt