25.06.2014

DEW, Witten

Neue Sekundärmetallurgie am Standort Witten eingeweiht

„Investitionen wie diese sind es, die Nordrhein-Westfalen und den Industriestandort Deutschland nach vorne bringen.“ Mit diesen Worten kommentierte NRW Wirtschaftsminister Garrelt Duin die offizielle Einweihung des neuen Sekundärmetallurgischen Zentrums der Deutschen Edelstahlwerke GmbH am Standort Witten durch Dr. Martin Löwendick, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Edelstahlwerke, und Clemens Iller, CEO der Schmolz + Bickenbach-Gruppe. Neben Duin waren am Montag auch Vertreter der Bezirksregierung, die Bürgermeisterin der Stadt Witten, der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, der Geschäftsführer der Edelstahlvereinigung, Vertreter der IG Metall sowie zahlreiche Kunden des Stahlproduzenten der Einladung der Deutschen Edelstahlwerke ins Ruhrgebiet gefolgt.


Dr. Martin Löwendick, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Edelstahlwerke, freute sich über die große Resonanz: „Die Modernisierung der Sekundärmetallurgie ist für uns als ein führendes Unternehmen in der Produktion und Verarbeitung von Hightechlösungen aus Edelstahl die bedeutendste Investition der letzten Jahre. Der Standort Witten verfügt jetzt über eine der modernsten Sekundärmetallurgie der Welt. Daher sind wir bestens aufgestellt, um unsere Unternehmensziele in Sachen Qualität, Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umweltschutz weiterhin konsequent zu verfolgen.“ 


Bei einer Führung durch die neue Sekundärmetallurgie konnten sich die rd. 80 Gäste der Deutschen Edelstahlwerke selbst ein Bild von den neuen sekundärmetallurgischen Anlagen machen. Clemens Iller – seit April 2014 CEO der Schmolz + Bickenbach AG, unter deren Dach die Deutschen Edelstahlwerke seit 2007 operieren – ist überzeugt, dass sich der organisatorische Aufwand während der Bauphase im laufenden Betrieb und die Investitionssumme von insgesamt 50 Mio. € gelohnt haben: „In Zukunft wird sich das neue Sekundärmetallurgische Zentrum nachhaltig positiv auf den Standort und das gesamte Unternehmen auswirken.“ 


Drei Jahre hat der Umbau der Sekundärmetallurgie gedauert, in der der Rohstahl mithilfe zugeführter Legierungselemente und diverser qualitätssteigernder Nachbehandlungen alle gewünschten Eigenschaften erhält. Für die neue Produktionslinie wurde eigens eine 35 m hohe Halle mit einer Grundfläche von 2 800 m* errichtet, in der alle Aggregate der Sekundärmetallurgie untergebracht sind. Dazu gehören ein neuer Pfannenofen, eine neue Legierungsanlage mit 28 Tagesbunkern und automatischer Befüllung, ein Spülstand und eine hochmoderne Vakuumbehandlungsanlage mit Legierungsschleuse und fahrbarer Sauerstofflanze, in der unter Vakuum unerwünschter Kohlenstoff nahezu vollständig aus der Schmelze entfernt und ein sehr hoher Reinheitsgrad erreicht wird. Ein fahrbarer Kesselwagen verbindet Pfannenofen und Vakuumanlage, wodurch sich der Transport der Pfanne von bisherigen 20 Minuten auf rd. 90 s reduzieren ließ. Das macht den Produktionsprozess nicht nur sicherer, sondern auch wesentlich energieeffizienter, da die Schmelze in der kurzen Zeitspanne nicht so stark abkühlen kann. Zusammen bilden die Aggregate einen zentralen Kernbereich der Edelstahlerzeugung, denn hier erhält der Rohstahl mithilfe zugeführter Legierungselemente und diverser qualitätssteigernder Nachbehandlungen alle gewünschten Eigenschaften. 


„Das spezielle Anlagendesign ermöglicht eine Qualitätssteigerung in allen unseren Erzeugnisgruppen, z.B. bei Wälzlagerstählen, Duplex- und Superduplexgüten für den Offshorebereich, hochwertigen Getriebestählen oder Kunststoffformenstählen. Den wachsenden und zunehmend individuelleren Anforderungen unserer Kunden können wir damit gerecht werden“, so Löwendick. 


DEW, Witten