23.05.2014

Wenzel Group GmbH & Co. KG, Wiesthal

Neue Messgeräte für die Qualitätssicherung bei der Volkswagen AG in Wolfsburg

Um Qualität, Produktivität und Prozesseffizienz stetig zu verbessern, muss bereits in der Entwicklungsphase sichergestellt werden, dass jedes Automobil des Volkswagen-Konzerns messbar ist. Dies gilt für die komplette Marken- und Variantenvielfalt, vom Dach bis zur Bodengruppe. Mit den RAX Horizontalarm-Messgeräten von Wenzel, Wiesthal, hat Volkswagen die passende Lösung realisiert. Inzwischen sind fünf Duplexsysteme im Einsatz.  Die Qualitätssicherung im Vorseriencenter in Wolfsburg praktiziert die Königsdisziplin der Messtechnik. An Erprobungsträgern werden neue Trends in der Messtechnik gesetzt. Mit neuartigen Messaufgaben werden die Entwickler zuerst hier konfrontiert. Die Beherrschbarkeit dieser Messaufgaben hat ggf. Auswirkungen auf den Produktentwicklungsprozess.


Nach einem intensiven hausinternen Auswahlverfahren entschied sich Volkswagen für eine komplette Neuentwicklung von Wenzel. Das Projekt wurde von Anfang bis Ende in enger Abstimmung mit Volkswagen durchgeführt.


Entstanden ist die RAX, das neuste CNC Horizontalarm-Messgerät aus der R-Baureihe von Wenzel. Die RAX misst nach Firmenangaben genauer als gefordert und trotz des hohen Z-Bereichs genauer als vergleichbare kleinere Messgeräte. Der Grenzwert der Längenmessabweichung MPEE wurde mit 40 + L/40 µm spezifiziert. Die Koordinatenmessmaschine ist für den Einsatz von schaltenden, scannenden und optischen Messsystemen geeignet.


Die RAX bietet bereits in der Standardausführung einen sehr großen Messbereich von 3100 mm in der Z-Achse. Je nach Tastsystem beginnt der Messbereich in Z ab 70 mm über der Basisplatte. Das bedeutet, dass der Messarm unter das Fahrzeug in Straßenniveau gefahren werden kann. Die Y-Achse hat eine Länge von 1600 mm in der Simplex- bzw. 3000 mm in der Duplexversion. Durch den spiegelbildlichen Aufbau der Duplexversion wird der Messbereich in der X-Achse optimal ausgenutzt. Bei Volkswagen beträgt die X-Achse 6000 mm, da die Fundamentgruben der alten Anlagen benutzt wurden. Wenn erforderlich, können auch wesentlich längere Mehrständeranlagen realisiert werden.


Ausgestattet ist die RAX mit hochgenauen Linearführungen in allen Achsen. Diese gewährleisten eine optimale Lebensdauer und Steifigkeit. Die X-Achsenführung ist bodeneben in die Basisplatte integriert und befahrbar abgedeckt. Durch diese Bauweise können, trotz des begrenzten Platzes des Messraums, Fahrzeuge auf die RAX gefahren werden. Das Messgerät ist von allen Seiten perfekt zugänglich, sowohl für Mess- als auch für Wartungsaufgaben. Alle relevanten Bauteile können mit wenigen Handgriffen entfernt und wieder angebracht werden. Das verkürzt die Wartungszeiten und erhöht die Verfügbarkeit der Koordinatenmessgeräte.


Sonderausstattung für Koordinatenmessgeräte


Die RAX Systeme sind mit einer aktiven Temperaturkompensation versehen. Somit ist gewährleistet, dass trotz ggf. abweichender Temperaturen genaue Messergebnisse ermittelt werden. Die Werkstück-Temperatursensoren sind kabellos installiert. Die vorhandenen Fundamente konnten weiterverwendet werden. Diese sind mit Dämpfungseinrichtungen ausgestattet, so dass der Einfluss von Schwingungen auf das Messergebnis minimiert wird. Für größtmögliche Ergonomie wurden die Systeme in Wolfsburg mit einer zweiten Bedieneinheit ausgeliefert.


Vielfältige Einsatzgebiete


Gemessen wird mit den RAX Messsystemen bei VW alles, was der Automobilbereich hergibt: komplette Fahrzeuge, Karosserien und Karosserieeinzelteile. Darüber hinaus kann die RAX in vielen anderen Branchen eingesetzt werden, z. B. großvolumige Maschinenbauteile, LKW, Land- und Baumaschinen, aber auch Werkstücke aus der Luft- und Raumfahrt sowie dem Energiesektor.


Autor: Steffen Hochrein; gekürzt 


Wenzel Group GmbH & Co. KG, Wiesthal