25.11.2014

Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Frankfurt am Main

Maschinenexporte drehen im September ins Plus

Der deutsche Maschinenexport hat im September um nominal 3,6 % gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat zugelegt, nachdem die Ausfuhren im August ferienbedingt noch um 3,6 % geringer ausgefallen waren. "Es wird einfach noch nicht klar, wohin sich die Dinge entwickeln werden", sagte der VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers am Montag in Frankfurt. "Zwar errechnet sich über das dritte Quartal hinweg für die Maschinenausfuhren ein kleines Plus von 0,9 %. Unter Abzug der Preissteigerung liegen wir mit minus 0,3 % aber immer noch unter der Nulllinie." Insgesamt wurden im dritten Quartal deutsche Maschinen und Anlagen im Wert von 37,6 Mrd. € (Vorjahr: 37,3 Mrd. €) ausgeführt.


Anders als in den Jahren direkt nach der Finanzkrise, als der Export in Schwellenländer wie die sogenannten BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) boomte, trägt derzeit der Export in eher traditionelle Märkte zur Stabilisierung der Maschinenausfuhren bei. Den größten positiven Einfluss hatte im dritten Quartal der Export in die USA, der auf 3,9 Mrd. € (plus 13,2 %) anwuchs und damit 10,5 % aller Maschinenexporte ausmachte.


Wichtigster Einzelmarkt blieb China. Dorthin wurden 11,7 % der Maschinen im Wert von 4,4 Mrd. € (plus 2,8 %) verkauft. Einen mächtigen Sprung von 14,1 % machten die Exporte nach Großbritannien. Das Vereinigte Königreich hat durch sein anhaltendes Marktwachstum inzwischen Russland vom Platz 4 der wichtigsten Exportmärkte des deutschen Maschinenbaus verdrängt. Das Export-Plus in die EU-28-Märkte insgesamt, wohin 41,3 % der deutschen Exportmaschinen gehen, betrug 3,6 %. Im drittgrößten Exportmarkt Frankreich allerdings, verzeichneten die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer statt eines Zuwachses einen Rückgang von 3,2 %.


Das Minus auf dem russischen Markt ist im dritten Quartal geringer ausgefallen als in den Vorquartalen (minus 10,2 % gegenüber minus 17,2 % im ersten und minus 21,3 % im zweiten Quartal). Deutlicher sind allerdings die Krisenfolgen in der Ukraine: Hier schrumpfte der deutsche Maschinenexport sowohl im letzten Quartal wie auch im Durchschnitt des Jahres um ein Drittel. Der Export nach Russland war allerdings schon im Verlauf des Jahres 2013 immer stärker abgefallen, was sich im Minus von 3,5 % von 2013 gegenüber 2012 nur ungenau widergespiegelt hatte.


Das kumulierte Ergebnis der deutschen Maschinenexporte für die ersten drei Quartale des laufenden Jahres (plus 0,5 %) durchbricht nominal eben die Nulllinie, wobei in realer Rechnung auch hier noch ein Minus von 0,6 % steht. Positiv verlaufen sind die großen Märkte, beispielsweise die EU-28 (plus 5,4 %, darunter EURO-18 plus 3,1 %) und China (plus 2,1 %). Der US-Markt wuchs um 5,9 %. Für heutige Verhältnisse schwungvoll verliefen auch die Märkte der südostasiatischen ASEAN- (plus 8,6 %) und der OPEC-Länder (plus 7,2 %). Das Tempo der Talfahrt des russischen Marktes (minus 16,4 % über die drei Quartale) bleibt mit dem einiger mittelgroßer Märkte vergleichbar: Australien, Brasilien, Südkorea, Indien, Südafrika und die Türkei lagen zweistellig unter dem jeweiligen Vorjahresniveau.


Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Frankfurt am Main