21.10.2014

ots, Frankfurt am Main

Maschinenbau schwächt Erwartungen ab

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 hat sich die Stimmung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau deutlich eingetrübt. Sowohl auf nationaler als auch auf globaler Ebene wird die aktuelle und zukünftige Wirtschaftslage mehrheitlich skeptisch bewertet. Lediglich 46 % der Maschinenbauer sehen der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland positiv entgegen. Im Vorquartal waren noch 69 % der befragten Unternehmen davon überzeugt. Das geht aus der aktuellen Studie "Maschinenbau-Barometer" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC für das dritte Quartal 2014 hervor, für die 100 Führungskräfte aus dem Maschinen- und Anlagenbau befragt wurden.


Diese skeptische Grundstimmung spiegelt sich auch in der Wahrnehmung der eigenen Branche wider. So haben die befragten Führungskräfte sowohl das erwartete Umsatzwachstum der Branche als auch die Umsatzprognose für das eigene Unternehmen im Vergleich zu den ersten beiden Quartalen 2014 nach unten korrigiert. Die durchschnittliche Wachstumserwartung für das eigene Unternehmen sank zum Beispiel um 1,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal auf 2,6 %.


Wie die gesamte Industrie steht auch der deutsche Maschinenbau unter dem Einfluss einer sich abkühlenden Konjunktur und einer angespannten Auftragslage. Vor allem das Auslandsgeschäft bereitet den Verantwortlichen Kopfzerbrechen: Im Vergleich zum Vorquartal hat sich etwa der Anteil derjenigen Befragten, deren Auslandsgeschäft gesunken ist, mehr als verdoppelt (von 7 % auf 16 %).


Vor dem Hintergrund verschärfter Sanktionen gegen Russland und politischen Instabilitäten im Osten und Mittleren Osten verwundert es nicht, dass inzwischen 40 % der Befragten die politische Situation im Ausland als Wachstumshindernis sehen. "Gerade eine exportorientierte Branche wie der deutsche Maschinenbau ist auf belastbare Geschäftsbeziehungen unter stabilen politischen Rahmenbedingungen angewiesen. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen konkret auf internationale Produktion und Vertrieb auswirken. Noch zeigen die Ergebnisse unserer Umfrage, dass bedeutende Kennzahlen wie Preise, Kosten, Margen und Auslastung stabil sind", erläutert Martin Theben, Leiter des Bereichs Industrielle Produktion bei PwC.


Trotz der insgesamt verhaltenen Stimmungslage identifiziert die Studie auch positive Signale aus der Branche. So ist die Investitionsbereitschaft der Maschinenbauunternehmen weiterhin ungebrochen. Die durchschnittliche geplante Investitionsquote, gemessen über den Anteil am Gesamtumsatz, ist sogar im dritten Quartal in Folge gestiegen und beläuft sich auf 7,7 %. Im Brennpunkt der Investitionen stehen vor allem die beiden Bereiche "Produkteinführung" sowie "Forschung und Entwicklung".


Weitere Informationen erhalten Sie im PwC-Maschinenbau-Barometer.


ots, Frankfurt am Main