02.12.2014

Industrieverband Massivumformung e. V., Hagen

Leichtbaupotenzial von leichten Nutzfahrzeugen aufzeigen

Ein neues Konsortium hat sich im Oktober 2014 zur „Initiative Massiver Leichtbau Phase II Leichtes Nutzfahrzeug“ zusammengefunden. Dazu gehören unter Federführung des Industrieverbands Massivumformung 15 Unternehmen der Massivumformung, zehn Firmen der Stahlindustrie (Langprodukte-Hersteller) und ein Ingenieurdienstleister. Die Initiative hat zwei neue Studien in Auftrag gegeben, die das Leichtbaupotenzial eines leichten Nutzfahrzeugs (Carrier) untersuchen. Dabei handelt es sich um die Fortsetzung der äußerst erfolgreichen Potentialstudie „Massiver Leichtbau Phase I Pkw“. In dieser wurde als zentrales Ergebnis eine Gewichtseinsparung von 42 kg in Antriebsstrang und Fahrwerk eines Pkw ermittelt, was zugleich mit einer deutlichen Minderung des CO2-Ausstoßes verbunden ist.


An diesen Erfolg möchte die Initiative mit der Phase II im Bereich Leichtes Nutzfahrzeug anknüpfen. Ziel ist es, durch eine konzertierte Aktion von Massivumformern und Stahlherstellern die Potenziale massivumgeformter Bauteile für den Leichtbau in einem leichten Nutzfahrzeug aufzuzeigen. „Nur bei der Bündelung aller Kompetenzen über die gesamte Produktionskette hinweg, also von der Stahlherstellung über die Umformung und die Bearbeitung bis hin zum fertigen Produkt, können die besten Lösungen entstehen“, erläutert Dr.-Ing. Hans-Willi Raedt, Sprecher des Konsortiums und Vice President Advanced Engineering der Hirschvogel Automotive Group. Die Initiative will mit der Phase II weitere Entwicklungsprojekte für neue Prozesse mit modernen Stählen anstoßen und darüber hinaus Wettbewerbsvorteile zu konkurrierenden Fertigungsverfahren und Werkstoffen benennen. Das Projekt wird aus Eigenmitteln der beteiligten Unternehmen und Verbände finanziert.


Die Studie „Leichtbaupotenziale massivumgeformter Komponenten LNfz“ führt die fka Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen im Auftrag der Initiative Massiver Leichtbau durch. Eine Fahrzeuggesamtanalyse soll das Potenzial der Gewichtseinsparung an einem Leichten Nutzfahrzeug aufzeigen. Die Forscher bewerten dabei jede Komponente in Antriebsstrang und Fahrwerk unter integraler Berücksichtigung von Alternativen in Werkstoffwahl, Fertigungstechnik und Bauteildesign.


Eine zweite Studie führt zeitgleich das IPEK Institut für Produktentwicklung am Karlsruher Institut für Technologie durch: Unter dem Titel „Sensitivitätsanalyse von Stahleigenschaften in modernen Fahrzeuggetrieben im Hinblick auf Gewichteinsparpotenziale“ wird das Getriebe hinsichtlich weiterer Gewichtseinsparpotenziale bei Verwendung fortgeschrittener Werkstoffkonzepte untersucht. „Die intensive Zusammenarbeit zwischen Schmieden und Stahlherstellern ergibt neue Synergien aus kostengünstigen hochfesten Stählen mit schlanken, sicheren Produktionsprozessen über die gesamten Verarbeitungsstufen.


Das hat es bislang in dieser Breite nicht gegeben“, sagt Dipl.-Ing. Frank Wilke, stellvertretender Sprecher des Konsortiums und Vice President Technische Kundenberatung der Deutsche Edelstahlwerke GmbH. Mit ersten Ergebnissen wird Mitte 2015 gerechnet.


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