12/12/2014

bauforumstahl e.V., Düsseldorf

Landmarke Lausitzer Seenland mit Fotografiepreis ausgezeichnet

Mit seinem Triptychon „Konspiration“ gewann der Fotograf Malte Fuchs aus Berlin den erstmals von der Bundesstiftung Baukultur vergebenen Fotografiepreis „Baukultur im Bild. Räume + Menschen“. In drei Bildern setzt er die Landmarke Lausitzer Seenland mit ihren Besuchern humorvoll ins Bild. Bereits 2010 erhielt das Büro Architektur & Landschaft von Stefan Giers und Susanne Gabriel für die „Landmarke Lausitzer Seenland“ den Sonderpreis für nachhaltige Stahlarchitektur des damaligen Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Der Aussichtsturm im Gebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus beeindruckte im Wettbewerb „als Metapher für unsere gemeinsame Geschichte, unsere Gegenwart und unsere Zukunft – eine kraftvolle Skulptur als Erinnerungsspur in einer geschändeten Landschaft, die sich zu einer idyllischen Seenlandschaft wandelt.“ Der Sonderpreis wird alle zwei Jahre im Rahmen des von bauforumstahl ausgelobten Wettbewerbs "Preis des Deutschen Stahlbaues" vergeben.


"Architektur wird in Bildern oft stark ästhetisiert, Menschen kommen darin selten vor. Dabei wird Architektur doch für Menschen gemacht, die in unserer gebauten Umwelt leben und sich wohl fühlen müssen. Umso mehr freue ich mich, dass die Bundesstiftung Baukultur diesen Preis ausgelobt hat, um Architektur zu emotionalisieren", so Dr. Bernhard Hauke, Geschäftsführer von bauforumstahl. "Das Siegerfoto zeigt einmal mehr, wie Baukultur und Menschen über Stahlarchitektur zueinander finden."


Fotograf Malte Fuchs beschreibt die Beweggründe für seine Fotografie wie folgt: "Die Landmarke Lausitz habe ich bei einer Recherche gefunden, als ich für die Einreichung bei dem Fotowettbewerb der Bundesstiftung Baukultur nach passenden Motiven gesucht habe. Als ich ihn das erste Mal sah, war mir sofort klar, dass das mein Motiv sein würde. Es gibt manchmal Orte oder Bauten, die einen sofort "catchen", berühren, einnehmen. So war es hier auch. Die Idee zu dem Triptychon ist mir dann erst vor Ort gekommen, als ich sah, wie die Besucher sich die Treppe hochschlängelten. Ich habe ungefähr einhundert Fotos gemacht und die Menschen dann in der Nachbearbeitung einzeln zusammengesetzt, damit sie so schön gleichmäßig hoch- und runter steigen. Mir gefiel auch, wie aus dem Gebäude auf den endgültigen Fotos ein Abstraktum wurde, etwas, das fast aussieht wie computergeneriert oder eben auch gemalt. Natürlich habe ich das mit dem Look auch unterstützt, denn ich mag eben gerne diesen Moment in der Betrachtung von Bildern, wenn man überlegen muss, ob das Gezeigte wirklich oder Künstlich ist.


Die Stahlbranche hat ja gegenüber den ökobewegten Bürgern manchmal Erklärungsbedarf. Wie kann man sich dagegen wehren? Ich meine mit dem Verweis auf Schönheit. Denn die moderne Architektur Mies van der Rohes, Gehrys oder I.M. Peis wäre ja ohne Stahl als Werkstoff, als Tragwerk oder als Oberfläche gar nicht möglich gewesen. Genauso ist es mit Stefan Giers` Landmarke Lausitz: Hier ist der Stahl als Werkstoff transformiert, hier ist Schönheit aus Stahl entstanden. Ich persönlich habe ja auch ein Faible für diese rostige Oberfläche. Es gibt einige beeindruckende Bauten, deren Oberflächen die Rostigkeit einerseits als Look etablieren, andererseits als Schutz nutzen. Dass man Rost eher mit Vergänglichkeit und Verfall assoziiert, hier aber der Rost eine Schutzschicht gegen den Alterungsprozess bildet, gefällt mir wegen der deutlichen Ambivalenz. Ich hoffe sehr, noch oft Gelegenheit zu bekommen, den Werkstoff Stahl in all seinen Facetten zu fotografieren."


Die Bundesstiftung Baukultur zeigt in einer Ausstellung 37 Einzelfotos und Serien des Wettbewerbs. Sie werden bis zum 17. Dezember im Stiftungssitz in Potsdam gezeigt und im kommenden Jahr u. a. auch in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu sehen sein.


bauforumstahl e.V., Düsseldorf