07/11/2014

ifo Institut, München

Konjunkturprognose für Deutschland nach unten revidiert

Das ifo Institut hat seine Konjunkturprognose für 2014 nach unten korrigiert. „Die Konjunkturabteilung des ifo Instituts rechnet gegenüber der Herbstprognose, in der ein BIP-Wachstum von 1,3 % für dieses Jahr veranschlagt wurde, mit einer weiteren Abschwächung. Der neueste Mittelwert der Prognose für Deutschland liegt nach vorläufiger Schätzung nochmals ein Stück tiefer, in der Gegend von etwa einem Prozent. Dabei muss man bedenken, dass der Unsicherheitsbereich solcher Prognosen auch zum jetzigen Zeitpunkt noch hoch ist“, sagte der Präsident des ifo Instituts, Hans-Werner Sinn, am Mittwoch in München beim ifo Branchen-Dialog in der IHK Akademie. Zur Begründung sagte er, der weitere Rückgang des ifo Geschäftsklimaindexes von Ende Oktober deute auf eine Stagnation zum Jahresende hin.


Des Weiteren kritisierte der ifo-Präsident die Niedrigzinspolitik der EZB und den umfangreichen Ersatz privater durch zinsverbilligte öffentliche Kapitalexporte während der Krise. Das führe zu gewaltigen Umverteilungseffekten zwischen Schuldner- und Gläubigerländern. Deutschland stehe als größtes Gläubigerland in Europa auf der Verliererseite. Im Vergleich zu einer Situation, in der die Ertragsraten der Vorkrisenzeit weiterhin gegolten hätten, habe Deutschland während der ersten sechs Krisenjahre bereits 242 Mrd. € an Zins- und Kapitaleinkünften verloren. Pro Jahr gingen derzeit weitere rd. 65 Mrd. € verloren. Das sei zum Teil ein Ergebnis von Gewinneinbrüchen während der Krise, zum Teil sei es aber auch das Ergebnis bewusster Politikentscheidungen. Die sechs Krisenländer seien umgekehrt während der ersten sechs Krisenjahre in den Genuss von Zinsentlastungen in Höhe von mindestens 285 Mrd. € gekommen. Pro Jahr betrage die Zinsentlastung dieser Länder ebenfalls etwa 65 Mrd. € oder 3 % ihrer Nettoauslandsschulden.


ifo Institut, München