05.06.2014

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH, Mannheim

Konjunkturerwartungen für China trüben sich erneut ein

Die im Rahmen des China Economic Panel (CEP) erhobenen Konjunkturerwartungen für China setzen, nach einem zwischenzeitlichen Anstieg vor einem Monat, ihren Abwärtstrend fort. Der CEP-Indikator, der die Erwartungen bezüglich Chinas wirtschaftlicher Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten abbildet, geht im aktuellen Umfragezeitraum (14.05. bis 02.06.2014) auf einen Stand von 4,7 Punkten zurück. Das ist ein Verlust von knapp sechs Punkten gegenüber der letzten Umfrage. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und die Fudan-Universität (Shanghai) erheben das CEP in einer monatlichen Umfrage unter Chinaexperten aus Finanz-, Research- und volkswirtschaftlichen Abteilungen von Banken, Versicherungen, Investmentgesellschaften und Industrieunternehmen.


Als eine Bremse für die konjunkturelle Entwicklung erweisen sich weiterhin die Wohnimmobilienmärkte der großen chinesischen Metropolen. Erstmals werden in sechs der sieben durch das CEP abgebildeten Städte in den kommenden zwölf Monaten sinkende Wohnungs- und Häuserpreise erwartet. Auch die Konjunkturerwartungen für den Bausektor, mit etwa 15 % direktem Wertschöpfungsanteil ein wesentlicher Treiber der chinesischen Wirtschaft, sind per Saldo erstmals negativ. Diese Entwicklungen gilt es angesichts der bestehenden Überkapazitäten am Immobilienmarkt zu beobachten.


Die aktuelle konjunkturelle Situation in China wird im Saldo leicht negativ eingeschätzt. Die Wachstumsrate des Inlandsprodukts in 2014 sehen die Befragten bei 7,3 % gegenüber 7,4 % im Vormonat. Im Zuge nachlassenden Inflationsdrucks und schwächerer Beschäftigung geht ein steigender Anteil der Experten von einer expansiveren Geldpolitik der chinesischen Zentralbank aus


Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH, Mannheim