01.08.2014

Landesmesse Stuttgart GmbH, Stuttgart

Kompetenz Verbundstoffe: Gerüstet für den Leichtbau

Die rationelle Bearbeitung von Verbundwerkstoffen und Werkstoffverbünden ist aktuell eines der zentralen Themen der Fertigungstechnik. Getreu ihrem Motto „Mitten im Markt“ macht die Messe Stuttgart dies auch zu einem Topthema auf der kommenden AMB, internationale Ausstellung für Metallbearbeitung vom 16. bis 20. September 2014 in Stuttgart. Unter dem Stichwort „Kompetenz Verbundstoffe“ zeigen Aussteller ihre besonderen Fähigkeiten in diesem Bereich. Messebesucher finden diese Aussteller dank eines entsprechenden Logos an den Messeständen und besonderer Hinweise im Messeführer sehr schnell. Informieren können sich die Besucher außerdem im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Unternehmerfrühstücks „Einführung Verbundwerkstoffe und Präzisionswerkzeuge“ der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH, die sich mit mehreren Fachvorträgen ebenfalls dem Thema widmet.


„Die Zunahme an Verbundwerkstoffen in der Produktion und speziell der Serienproduktion weckt den Bedarf an Technologien, Maschinen und Werkzeugen“, gibt Dr.-Ing. Marco Schneider, Abteilungsleiter Leichtbautechnologien am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart, die Richtung vor. Trotz endkonturnaher Herstellung vieler Bauteile aus Verbünden sei meist eine spanende Bearbeitung notwendig. „Der Transfer von der Metallzerspanung zur Zerspanung von Verbünden, CFK (carbonfaserverstärkte Kunststoffe) oder Sandwiches ist nur mit besonderen Maßnahmen möglich. Dies beginnt bei der Werkzeugmaschine, der Spanntechnik, dem Kühl- und Schmierkonzept, geht über die Werkzeuge, die Absaugung bis hin zur Qualitätskontrolle.“ Die große Bandbreite an Verbundwerkstoffen stelle zudem sehr individuelle Anforderungen an Werkzeuge, Maschinen und Prozessparameter. In seinem Vortrag im Rahmen des Unternehmerfrühstücks, am 18. September um 9.30 Uhr in der „Regio Lounge“ im Eingang Ost, wird er die Anforderungen an „Präzisionswerkzeuge für die spanende Bearbeitung von Verbundwerkstoffen“ benennen.


Dr. Simon Küppers, stellvertretender Abteilungsleiter Faserverbundtechnik beim Institut für Textil- und Verfahrenstechnik ITV Denkendorf, wird in der „Regio Lounge“ referieren, am 19. September um 9.30 Uhr. Er betrachtet „Faserverbundtechnik, Verbindungstechnik und Organobleche“ aus textiltechnischer Sicht. Um das Gewicht weiter zu reduzieren, könnten smarte Funktionen nicht nur ins Bauteil, sondern direkt ins Textil und sogar in die Faser integriert werden, außerdem könnten die Harzsysteme Zusatzfunktionen übernehmen. „Gewichtsreduktion lässt sich aber auch durch ein System-Monitoring, also die Überwachung von Bauteilen, erreichen, weil dann die Sicherheitsbeiwerte bei der Auslegung gesenkt werden können“, so Dr. Küppers.


Ein weiterer Ansatz sei die „kraftflussgerechte Faserablage“. Bionische Bauweisen und Faserverläufe imitieren dabei die Natur und machen sie für die Technik nutzbar. Webtechnologien und Flecht- sowie Preformtechnologien seien weitere Möglichkeiten, Bauteile leichter zu machen. „Die Textiltechnik steht dabei sehr stark im Fokus, da sie schon eine ganze Reihe von wirtschaftlichen Verfahren zur Erfüllung der Ansprüche aus der Faserverbundtechnik kennt“, ist Dr. Küppers überzeugt.


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