17.02.2014

DIHK, Berlin

Koalitionsvereinbarung gefährdet Erfolgsstory am Arbeitsmarkt

Trotz allgemein positiver Jobprognosen hat Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), vor Dämpfern in denjenigen Branchen gewarnt, die direkt von einem Mindestlohn von 8,50 € betroffen wären. "Die erfreuliche Nachricht lautet: Die Wirtschaft stellt weiter ein", sagte Wansleben der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Unter dem Strich rechne der DIHK mit einem Stellenplus von einer Viertelmillion.


"Allerdings überdecken die guten Pläne beispielsweise von Industrie- und Bauunternehmen das gebremste Stellenwachstum anderswo", relativierte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Immer häufiger bremse der Fachkräftemangel den Expansionsdrang, berichtete er – vor allem bei besonders anspruchsvollen Dienstleistern, etwa Wirtschaftsprüfern oder IT-Unternehmen.


"Frappierend" nannte Wansleben den "Rückgang der Beschäftigungsabsichten in Branchen, die direkt von einem Mindestlohn in Höhe von 8,50 € betroffen wären": Die Betriebe im Gastgewerbe, Taxiunternehmen oder Dienstleister wie Frisörsalons, Wäschereien und Solarien planten den Personalaufbau spürbar vorsichtiger als in der Gesamtwirtschaft oder dächten gar schon über einen Abbau nach. "Gesundheitsdienstleister wollen zwar weiter Personal einstellen", so Wansleben weiter, "allerdings weniger als zuletzt."


Er warnte: "Mit bürokratischen Regulierungen bei der Zeitarbeit oder durch ein Rückkehrrecht für Teilzeitbeschäftigte gefährdet die Koalitionsvereinbarung die Fortsetzung der Erfolgsstory am Arbeitsmarkt." Solange die Konjunktur rund laufe, bremse das nur das Stellenwachstum. "Im Abschwung verlieren Menschen dann aber ihren Arbeitsplatz."


Hier die Beschäftigungszahlen im Überblick:



  • Persönliche Dienstleister (unter anderem Gesundheits- und Sozialdienste, Gastgewerbe / Tourismus, Freizeitwirtschaft): plus 55 000

  • Wissensintensive Dienstleister (IT, FuE, Versicherung, Werbung / Marktforschung, Unternehmensberatungen / Wirtschaftsprüfer, Finanz / Versicherungen): plus 80 000

  • Sonstige Dienstleister (Verkehr, Leasing, Immobilien, Zeitarbeit, Telekommunikation, Post, Sicherheitswirtschaft, Gebäudebetreuung, Medien / Film): plus 20 000

  • Handel (KFZ-/Einzelhandel, Großhandel, Handelsvermittler): plus 25 000 unverändert, wachsende Einstellungsbereitschaft des Großhandels gleicht die Zurückhaltung der Einzelhändler aus

  • Metall / Elektro (Maschinenbau, Fahrzeugbau, Elektro, Metall): plus 30 000

  • Bau: plus 20 000.


DIHK, Berlin