27.10.2014

Wirtschaftsvereinigung Stahl, Düsseldorf

Klimaziel 2030 macht Neujustierung des Emissionsrechtehandels erforderlich

Mit Besorgnis reagiert die Wirtschaftsvereinigung Stahl auf die Ende letzter Woche vom Europäischen Rat beschlossene Verschärfung des Emissionsrechtehandels. „Die vorgesehene Kürzung der Emissionsrechte um 43 % bis 2030 würde für die Stahlindustrie in Deutschland trotz Fortsetzung der kostenfreien Zuteilung zu untragbaren Kosten für den Erwerb von Zertifikaten von jährlich bis zu 1,4 Mrd. € führen“, kommentiert Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl in Düsseldorf. „In einem solchen Szenario könnte unsere Branche den Wettbewerb mit Konkurrenten in Ländern ohne Emissionsrechtehandel nicht bestehen“, fürchtet der Verbandspräsident.


Um dies zu verhindern, müssten die Regelungen des Emissionsrechtehandels für die im internationalen Wettbewerb stehenden Grundstoffindustrien für die Zeit nach 2020 dringend neu justiert werden. „Die Ankündigung des Rates, dass den effizientesten Anlagen keine unverhältnismäßigen Kosten auferlegt werden sollen, ist ein Hoffnungsschimmer“, sagt Kerkhoff. Die Stahlindustrie fordert, dass die Zuteilung von CO2-Zertifikaten kostenfrei in Höhe der Emissionen der effizientesten Anlagen erfolgt. Darüber hinaus dürfe es aber keine zusätzliche Verknappung der Zertifikate geben, so die Stahlindustrie.


Enttäuscht zeigt sich die Wirtschaftsvereinigung Stahl über die fehlende Harmonisierung insbesondere beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. „Der energiepolitische Flickenteppich in Europa wird damit fortgesetzt“, so der Verbandschef.


Wirtschaftsvereinigung Stahl, Düsseldorf